Weiter Kritik an Steueranreizen fĂŒr auslĂ€ndische FachkrĂ€fte
09.07.2024 - 05:55:12"Das ist ein echtes InlÀnder-Benachteiligungsprogramm, das sich die Ampel da ausgedacht hat", sagte der Vorsitzende der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Alexander Dobrindt, der Deutschen Presse-Agentur zu den PlÀnen.
Auch aus den Ampel-Parteien gab es Kritik: "Ich verstehe vollkommen, wenn das die Leute irritiert", sagte Sachsens Sozialministerin Petra Köpping (SPD) dem "Tagesspiegel". Die GrĂŒnen-Arbeitsmarktpolitikerin Beate MĂŒller-Gemmeke sagte der Zeitung: "Es gibt aus gutem Grund einen Gleichbehandlungsgrundsatz in unserem Arbeitsrecht." Dies wĂ€re aus ihrer Sicht nicht gewĂ€hrleistet, wenn bestimmte Gruppen bei gleicher Arbeit durch Steueranreize mehr Geld im Portemonnaie hĂ€tten. Auch die Gewerkschaften hatten das Vorhaben als falsches Signal kritisiert.
Um Deutschland angesichts des ArbeitskrĂ€ftemangels in einigen Branchen attraktiver fĂŒr Experten aus dem Ausland zu machen, will die Bundesregierung fĂŒr "neu zugewanderte FachkrĂ€fte" in den ersten drei Jahren 30, 20 und 10 Prozent vom Bruttolohn steuerfrei stellen. DafĂŒr soll es allerdings Unter- und Obergrenzen beim Gehalt geben.
Steueranreize fĂŒr hochqualifizierte AuslĂ€nder sind seit Jahren ein Thema
Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (GrĂŒne) hatte auf andere europĂ€ische LĂ€nder verwiesen, die bereits SteuervergĂŒnstigungen fĂŒr zugezogene FachkrĂ€fte gewĂ€hren. Bernd Meurer, PrĂ€sident des Bundesverbands privater Anbieter sozialer Dienste (bpa), sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND): "Alle Schritte, um internationale KrĂ€fte zu einer TĂ€tigkeit in Deutschland zu motivieren, begrĂŒĂen wir." Zugewanderte Arbeitnehmer hĂ€tten zudem in der Phase des Ankommens viele zusĂ€tzliche Kosten.
Solche Steueranreize sind in Europa und darĂŒber hinaus seit vielen Jahren ein Thema. Die Bundesregierung hatte bereits 2018 in einer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage 15 EU-LĂ€nder genannt, in denen dies zur Anwendung kommt. Der Schwerpunkt lag dabei allerdings auf FĂŒhrungskrĂ€ften in Unternehmen und anderen hochqualifizierten und gut bezahlten Zuwanderern. Höhere SteuersĂ€tze als in ihrer Heimat schrecken gerade solche Zielgruppen oft von einem Wechsel ins Ausland ab.
In den Niederlanden ist seit Jahresbeginn auch eine - Ă€hnlich wie von der Ampel-Koalition geplante - Regelung mit steuerfreien 30/20/10-Prozent vom Bruttolohn fĂŒr insgesamt 60 Monate und mit Einkommensgrenzen in Kraft. Damit wurden die bisher geltenden Vorteile fĂŒr qualifizierte Einwanderer etwas beschnitten.

