Krankenkassen mit Minus im ersten Quartal 2024
21.06.2024 - 18:03:52Bis Ende MĂ€rz standen bei den 95 Kassen Einnahmen von 79,4 Milliarden Euro Ausgaben von 80,2 Milliarden Euro gegenĂŒber, wie das Bundesgesundheitsministerium am Freitag in Berlin mitteilte. Ressortchef Karl Lauterbach sprach von einem "erheblichen Defizit", da die Ausgabenentwicklung deutlich an Dynamik gewonnen habe. Auch wenn Daten des ersten Quartals noch mit gewisser Vorsicht zu betrachten seien, mĂŒsse man diese Entwicklung ernst nehmen.
Der SPD-Politiker betonte, umso wichtiger sei es nun, mehrere effizienzsteigernde Reformen im Gesundheitswesen zĂŒgig voranzubringen. So seien die Kosten im Krankenhaussektor sehr stark gestiegen. Mit ĂberkapazitĂ€ten und 30 Prozent Bettenleerstand bei den Kliniken zeige sich erneut die Notwendigkeit der geplanten Krankenhausreform.
Insgesamt stiegen die Leistungsausgaben der Kassen von Januar bis Ende MÀrz um 7,5 Prozent und damit deutlich stÀrker als in den vergangenen Jahren, wie das Ministerium erlÀuterte. Bei Krankenhausbehandlungen gab es demnach eine Steigerung von 8,5 Prozent und bei Behandlungen in Praxen um 4,7 Prozent.
Der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherungen hatte kĂŒrzlich vor drohenden Beitragserhöhungen im nĂ€chsten Jahr gewarnt. Zu rechnen sei 2025 mit einem zusĂ€tzlichen Finanzbedarf von 0,5 bis 0,6 Prozentpunkten. Noch nicht enthalten seien Mehrkosten aus laufenden Gesetzesvorhaben. Der Zusatzbeitrag, den die Kassen jeweils fĂŒr ihre Mitglieder festlegen, war fĂŒr dieses Jahr schon leicht auf durchschnittlich 1,7 Prozent angehoben worden. Der gesamte Beitrag umfasst daneben den allgemeinen Satz von 14,6 Prozent des Bruttolohns.

