Bayern, Deutschland

Deutsche Autobauer starten mit Verkaufsminus ins Jahr

14.04.2026 - 11:37:47 | dpa.de

Die großen Konzerne leiden weiter unter dem schwierigen GeschĂ€ft in China. Zu Hause sieht es besser aus.

  • Auch BMW hat ein Absatzminus hinnehmen mĂŒssen, schnitt aber etwas besser ab als die deutsche Konkurrenz. (Archivbild) - Foto: Peter Kneffel/dpa
  • Volkswagen leidet unter sinkenden AbsĂ€tzen. (Archivbild) - Foto: Julian Stratenschulte/dpa
Auch BMW hat ein Absatzminus hinnehmen mĂŒssen, schnitt aber etwas besser ab als die deutsche Konkurrenz. (Archivbild)  - Foto: Peter Kneffel/dpa Volkswagen leidet unter sinkenden AbsĂ€tzen. (Archivbild) - Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Mercedes, Volkswagen, Audi und jetzt auch BMW: Die deutschen Autokonzerne sind mit schwachen Verkaufszahlen ins neue Jahr gestartet, die Auslieferungen gingen bei allen zurĂŒck. Nach den anderen Herstellern meldete nun auch BMW ein Minus im ersten Quartal.

Schuld war bei allen vor allem die schwache Entwicklung in China und zum Teil auch in den USA, wĂ€hrend es in Europa sogar ZuwĂ€chse gab. BMW kam dabei glimpflicher davon als die Konkurrenz aus Stuttgart, Wolfsburg und Ingolstadt: Die MĂŒnchner lieferten - inklusive ihrer Töchter Mini und Rolls-Royce - weltweit 565.748 Autos aus, 3,5 Prozent weniger als vor einem Jahr. 

Tags zuvor hatten bereits VW und die Tochter Audi ihre Absatzzahlen fĂŒr die ersten drei Monate des Jahres veröffentlicht, vergangene Woche Mercedes und Porsche. Bei Volkswagen stand dabei konzernweit ein Minus von 4 Prozent auf noch 2,05 Millionen Fahrzeuge aller Konzernmarken. Mercedes-Benz verkaufte im ersten Quartal 499.700 Pkw und Vans, was einem RĂŒckgang von 6 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal entspricht.

Die Zahlen sind angesichts der etwas unterschiedlichen Berechnung nicht eins zu eins miteinander vergleichbar, zeigen aber dennoch eine Entwicklung auf.

BMW

Entscheidend fĂŒr den RĂŒckgang bei BMW war ein deutliches Minus von 10 Prozent in China auf 144.000 Fahrzeuge. Der US-Markt gab um 4,3 Prozent auf gut 90.000 nach. Sehr viel besser lief es in Deutschland mit einem Wachstum von 10,7 Prozent auf 68.000 Autos. Europa insgesamt lag mit gut 236.000 Autos 3 Prozent im Plus. 

Dabei schnitt die Kernmarke mit einem RĂŒckgang um 4,6 Prozent auf 496.050 Autos etwas schlechter ab. Tochter Mini konnte dagegen um 5,9 Prozent auf 68.427 Autos zulegen

Nachdem BMW in den vergangenen Jahren oft mit besonders starken Zahlen bei Elektroautos geglĂ€nzt hatte, sackte der Absatz jetzt um 20 Prozent auf 87.500 ab. Hier könnte sich - neben anderen Effekten - auch die EinfĂŒhrung der ersten Autos der sogenannten Neuen Klasse bemerkbar machen. 

Bisher sind nur sehr wenige Fahrzeuge ausgeliefert worden, sie macht aber seit rund einem halben Jahr einen relevanten Anteil der Elektroauto-Neubestellungen aus. Vertriebsvorstand Jochen Goller spricht von «deutlich mehr als 50.000 AuftragseingĂ€ngen seit Bestellstart in Europa». Das ĂŒbertrifft die eigenen Erwartungen der MĂŒnchner und macht zumindest Hoffnung fĂŒr die weitere Entwicklung. 

VW-Konzern

Trotz deutlicher VerkaufsrĂŒckgĂ€nge konnte der VW-Konzern seinen globalen Marktanteil weitgehend stabil gehalten, hieß es in Wolfsburg. «Der weltweite Automobilmarkt ging bis Ende MĂ€rz insgesamt zurĂŒck», sagte Audi-Vertriebsvorstand Marco Schubert, der das Ressort auch im Gesamtkonzern betreut. «Die Volkswagen Group hat ihren globalen Marktanteil dennoch im Vergleich zum Vorjahreszeitraum weitgehend stabil gehalten.»

In China, wo Europas grĂ¶ĂŸter Autobauer mit einem schrumpfenden Markt und lokaler Konkurrenz zu kĂ€mpfen hat, wurden in dem Quartal noch 548.700 Fahrzeuge ĂŒbergeben, fast 15 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. In Nordamerika sackte die Zahl der Auslieferungen um mehr als 13 Prozent auf noch 205.500 Fahrzeuge ab. Das Minus in den USA, wo Europas Autobauer unter den Zöllen von PrĂ€sident Donald Trump leiden, lag sogar bei 20,5 Prozent.

In Deutschland und auch in ganz Europa legte VW dagegen zu. In Westeuropa wurden fast 850.000 Autos ausgeliefert, 4,2 Prozent mehr als vor einem Jahr. In Deutschland lag das Plus bei 4,8 Prozent. Die RĂŒckgĂ€nge in China und Nordamerika konnte das aber nicht ausgleichen.

Schlechter als der Gesamtkonzern schnitt dabei wegen des höheren China-Anteils die Kernmarke VW ab: minus 7,6 Prozent auf noch 1,05 Millionen Auslieferungen. Bei der Tochter Audi sanken die Auslieferungen weltweit um 6,1 Prozent auf 360.000 Fahrzeuge. Am hÀrtesten traf es Porsche: Um 14,7 Prozent schrumpften dort die Auslieferungen auf noch knapp 61.000 Sport- und GelÀndewagen.

Mercedes-Benz

Auch bei Mercedes drĂŒckte das China-GeschĂ€ft deutlich auf die Zahlen. Der Pkw-Absatz der Marke ging in dem Land um 27 Prozent auf noch 111.600 Fahrzeuge zurĂŒck. Das verhagelte den Stuttgartern weltweit die Statistik: Der Pkw-Absatz (also ohne Vans) sank um 6 Prozent auf 419.400 Fahrzeuge. Ohne China wĂ€re der Pkw-Absatz dagegen sogar um 5 Prozent gestiegen, hieß es - getragen von teils deutlichem Wachstum in Europa und den USA.

Anders als die deutsche Konkurrenz konnte die Marke mit dem Stern in den USA zulegen - um 20 Prozent auf 81.100 Fahrzeuge. In Europa gab es ein Plus von 7 Prozent auf 158.400 Fahrzeuge. In Deutschland legte die Marke um 9 Prozent auf 49.300 Autos zu. Das konnte den RĂŒckgang in China aber nicht ausgleichen.

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