EU-Parlament stimmt fĂŒr Strompreis-Reform
11.04.2024 - 15:40:06Stromkunden sollen in der EU kĂŒnftig besser vor Preisschwankungen geschĂŒtzt werden. Das Europaparlament gab in BrĂŒssel grĂŒnes Licht fĂŒr eine Reform des Strommarkts, auf die sich UnterhĂ€ndler der EU-Staaten und der Abgeordneten Ende vergangenen Jahres verstĂ€ndigt hatten. Damit sollen Verbraucherinnen und Verbraucher sowohl ein Recht auf FestpreisvertrĂ€ge als auch auf VertrĂ€ge mit dynamischen Preisen haben. AuĂerdem können die EU-LĂ€nder den Lieferanten verbieten, sĂ€umigen Kunden den Strom abzudrehen.
Kernelement der Reform sind neue langfristige VertrĂ€ge zwischen Regierungen und Stromerzeugern, sogenannte Contracts for Difference. Mit diesen DifferenzvertrĂ€gen garantieren die Staaten Stromerzeugern einen Mindestpreis fĂŒr Strom, wenn sie neue Investitionen in erneuerbare Energien oder Kernkraft tĂ€tigen. FĂ€llt der Marktpreis unter einen vereinbarten Preis, springt der Staat ein und gleicht die Differenz aus. Liegt der Preis höher, geht der Ăberschuss an den Staat. Auf diese Weise sollen Anreize fĂŒr die heimische Erzeugung von sauberem Strom geschaffen werden.
Wegen extrem gestiegener Strompreise waren Rufe nach einer Reform des europĂ€ischen Strommarkts laut geworden. Grund fĂŒr die hohen Preise waren unter anderem explodierende Gaspreise wegen des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine. Auch machte sich bemerkbar, dass zeitweise rund die HĂ€lfte der französischen Atomkraftwerke ausfiel.
Basis fĂŒr die nun gefundene Einigung war ein Gesetzesvorschlag der EU-Kommission aus dem FrĂŒhjahr. Die EU-Staaten mĂŒssen dem Vorhaben noch zustimmen, das gilt aber als Formsache.


