Eurozone: Inflation sinkt deutlich auf 2,4 Prozent
19.12.2023 - 11:05:13Die Verbraucherpreise lagen 2,4 Prozent höher als ein Jahr zuvor, wie das Statistikamt Eurostat am Dienstag in Luxemburg nach einer zweiten SchĂ€tzung mitteilte. VorlĂ€ufige Daten von Ende November wurden bestĂ€tigt. Im Oktober hatte die Teuerung noch 2,9 Prozent betragen, vor einem Jahr gar 10,1 Prozent. Im Monatsvergleich gingen die Preise im November um 0,6 Prozent zurĂŒck - und damit etwas stĂ€rker als bisher bekannt.
Deutlich rĂŒcklĂ€ufig war auch die Inflation ohne schwankungsanfĂ€llige Preise fĂŒr Energie und Lebensmittel. Diese auch Kerninflation genannte GröĂe fiel von 4,2 auf 3,6 Prozent. Die Kernteuerung bildet nach Meinung vieler Ăkonomen die grundlegende Teuerung ab und stellt den Inflationstrend daher etwas besser dar als die Gesamtrate.
Lebens- und Genussmittel waren zwar immer noch deutlich teurer als vor einem Jahr, der Preisauftrieb ging jedoch von 7,4 auf 6,9 Prozent zurĂŒck. Die Preise fĂŒr Dienstleistungen und sonstige Waren stiegen ebenfalls etwas schwĂ€cher als im Monat zuvor. Die Energiepreise sanken erneut deutlich um 11,5 Prozent.
Nach wie vor ergeben sich im WÀhrungsraum teils sehr unterschiedliche Inflationsraten. Sie reichen von minus 0,8 Prozent in Belgien bis hin zu 6,9 Prozent in der Slowakei. In Deutschland betrÀgt die nach europÀischen Standards berechnete Teuerung 2,3 Prozent. Nach nationaler Rechnung sind es 3,2 Prozent.
Mit dem abnehmenden Preisauftrieb nĂ€hert sich die Inflation im Euroraum dem mittelfristigen Inflationsziel der EuropĂ€ischen Zentralbank (EZB) von zwei Prozent wieder an. Es gilt allerdings als fraglich, wann das Ziel nachhaltig erreicht wird. Die EZB hat ihre Leitzinsen seit Sommer 2022 krĂ€ftig angehoben, zuletzt aber unverĂ€ndert belassen. FĂŒr kommendes Jahr werden erste Zinssenkungen erwartet, auch weil sich die Konjunktur schwach entwickelt.

