Bundesbank, Inflation

Bundesbank: Inflation trifft Àrmere Haushalte stÀrker

10.04.2025 - 12:11:40

Die Inflation infolge des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine hat besonders die Àrmeren Haushalte in Deutschland getroffen.

Preisbereinigt gingen die Nettovermögen der unteren HĂ€lfte zwischen 2021 und 2023 um mehr als 20 Prozent zurĂŒck, wie aus einer Studie der Bundesbank zu den Finanzen der privaten Haushalte hervorgeht.

Das durchschnittliche Vermögen der deutschen Haushalte ist in dem beobachteten Zeitraum zwar um 2,6 Prozent auf 324.800 Euro gewachsen, zu unverĂ€nderten Preisen ergab sich aber ein RĂŒckgang von knapp 11 Prozent.

Mittleres Vermögen gesunken

Weil der Durchschnitt stark durch Extremwerte beeinflusst sind, halten die Bundesbank-Experten den sogenannten Medianwert ohnehin fĂŒr aussagekrĂ€ftiger. Er liegt in der Mitte, wenn man die jeweiligen Vermögen der GrĂ¶ĂŸe nach sortiert. Die Haushalte werden in eine reichere und eine Ă€rmere HĂ€lfte geteilt. Der Wert des mittleren Vermögens - der Median - sackte von 2021 bis 2023 auch nominal um gut 3 Prozent auf 103.200 Euro. Preisbereinigt ging es sogar 16 Prozent runter.

Die Vermögen bleiben in Deutschland auch im europĂ€ischen Vergleich sehr ungleich verteilt. Laut Bundesbank besitzen die 10 Prozent reichsten Haushalte weiterhin mehr als 60 Prozent des privaten Vermögens. Eine ungleichere Struktur zeigt im Vergleich unter 20 europĂ€ischen LĂ€ndern nur noch Österreich.

Höhere Rendite fĂŒr die Reichen

Die Ă€rmeren Haushalte halten ihr Vermögen ĂŒberwiegend in Anlagen mit niedrigen Renditen und geringem Risiko. Beispiele sind hier Spar- und Girokonten sowie Festgeld. Zu diesen kommen mit zunehmenden Vermögen risikoreichere Anlageformen wie Wertpapiere und stille Beteiligungen an Unternehmen hinzu, die in der Regel höhere Renditen erzielen. Auch Immobilienbesitz spielt bei grĂ¶ĂŸeren Vermögen eine zunehmende und stabilisierende Rolle.

Trotz leicht steigender Anteile sind die Besitzer und Besitzerinnen von Aktien (18 Prozent aller Haushalte) und Fondsanteilen (24 Prozent) immer noch in der Minderheit. RĂŒcklĂ€ufig sind Anlage-Klassiker wie Sparkonten (67 Prozent) und Kapital-Lebensversicherungen (39 Prozent).

Schulden werden vorher abgezogen

Die privaten Haushalte gaben in Interviews Auskunft ĂŒber ihr Vermögen: Immobilien und Autos, wertvolle Sammlungen und Schmuck, Guthaben auf Sparkonten, BausparvertrĂ€ge, Aktien, Lebensversicherungen. Auf der Soll-Seite: Hypotheken, Konsumentenkredite, Kreditkartenschulden, Bafög-Schulden. Nicht berĂŒcksichtigt werden AnsprĂŒche aus der gesetzlichen Rentenversicherung. Verschuldet sind 39 Prozent der Haushalte. 83 Prozent sparen zumindest gelegentlich.

Die Notenbank hat die Studie zum fĂŒnften Mal durchgefĂŒhrt. Die Befragungswellen mit 3.985 teilnehmenden Haushalten fanden zwischen Mai 2023 und Februar 2024 statt. Zu den Folgen der jĂŒngsten Börsenturbulenzen infolge der US-Zollpolitik sind daher keine Aussagen möglich.

@ dpa.de