Deutschland, Immobilien

Prognose: Immobilienmarkt lÀsst weiter stark nach

14.09.2023 - 06:04:46

Die Inflation und das Gegengift der hohen Zinsen haben den deutschen Immobilienmarkt geschockt. Weil die Preise nicht weit genug gesunken sind, wird der Kauf einer Wohnung oder eines Hauses immer schwieriger.

Nach dem Einbruch im Vorjahr lÀsst der deutsche Immobilienmarkt einer Studie zufolge im laufenden Jahr noch stÀrker nach. Das Hamburger Gewos-Institut erwartet auf der Grundlage der zum Halbjahr registrierten Deals nur noch rund 591.800 KauffÀlle.

Das wĂ€ren knapp ein Viertel weniger AbschlĂŒsse als im bereits schwachen Jahr 2022 und der geringste Wert seit Beginn der gesamtdeutschen Zeitreihe im Jahr 1995. Das bundesweite Umsatzvolumen soll demnach um 29,1 Prozent auf rund 198,1 Milliarden Euro sinken. Es handele sich bei Umsatz und Fallzahlen jeweils um die stĂ€rksten jemals gemessenen RĂŒckgĂ€nge, teilte das Institut mit.

Im laufenden Jahr treten die Folgen des Zinsanstiegs stĂ€rker zu Tage als noch 2022, erklĂ€rte Gewos-Experte Sebastian Wunsch. Der bislang moderate RĂŒckgang der Kaufpreise könne den Anstieg der Finanzierungskosten nicht annĂ€hernd kompensieren. FĂŒr Selbstnutzer wird so der Immobilienkauf immer schwieriger, da die Finanzierungskosten steigen und die hohe Inflation die Kaufkraft schmĂ€lert. Investoren wiederum warteten aus Unsicherheit ab.

AusgeprĂ€gten KaufzurĂŒckhaltung

Wunsch betonte: «Die aktuelle Marktsituation ist weiterhin von einer ausgeprĂ€gten KaufzurĂŒckhaltung gekennzeichnet. GegenwĂ€rtig sehen wir fĂŒr den weiteren Jahresverlauf keine wesentlichen Änderungen der marktbestimmenden Faktoren.»

Die Inflationsrate liege weit entfernt von den Zielvorstellungen der Notenbanken, so dass mittelfristig nicht mit einer Entlastung bei den Zinsen zu rechnen sei. Bei den Kaufpreisen erwarte man eine Stabilisierung zum Jahresende, weil sie aktuell langsamer fielen.

FĂŒr die Studie hat Gewos bundesweit Daten zu abgeschlossenen GrundstĂŒckskaufvertrĂ€gen bei den GutachterausschĂŒssen und die damit verbundenen UmsĂ€tze analysiert.

2022 war der Umsatz mit Immobilien der Erhebung zufolge auf 279,4 Milliarden Euro eingebrochen - ein RĂŒckgang um 17,2 Prozent im Vergleich zum Rekordjahr 2021 und das jĂ€he Ende eines langjĂ€hrigen Booms. Die Zahl der TransaktionsfĂ€lle war in der Jahresfrist um 16,1 Prozent auf 787.700 zurĂŒckgegangen.

@ dpa.de