Iran signalisiert Bereitschaft zur Diplomatie
13.07.2025 - 14:44:05"Diplomatie steht nicht im Gegensatz zum Kampf, Widerstand und Verteidigung", schrieb Mohammed-Dschafar Ghaempanah, Leiter des iranischen PrĂ€sidialbĂŒros, in der staatlichen Zeitung "Iran". Ihm zufolge ist dies auch die offizielle Politik von PrĂ€sident Massud Peseschkian.
Nach Inkrafttreten der Waffenruhe zwischen Israel und dem Iran vor fast drei Wochen hatte Irans politische und militĂ€rische FĂŒhrung Verhandlungen mit dem Westen noch eine klare Absage erteilt. Als Grund nannten iranische Regierungsvertreter vor allem mangelndes Vertrauen, nachdem Israel den Iran kurz vor einer neuen Verhandlungsrunde mit den USA angegriffen hatte.
Ghaempanah warnte nun vor einer Spaltung im Inneren. "Diplomatie und militÀrische Macht sind beides Werkzeuge, um nationale Rechte zu wahren", schrieb er in dem Artikel. "So wie die StreitkrÀfte mit Hingabe das Land verteidigen, arbeiten auch Diplomaten rund um die Uhr."
Auch ein Hardliner ist fĂŒr Diplomatie
Am Samstag hatte Irans AuĂenminister Abbas Araghtschi im Atomstreit zurĂŒckgerudert und gesagt, die Kooperation mit der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA sei anders als bisher bekannt nicht vollstĂ€ndig beendet. In der Zusammenarbeit werde es jedoch Ănderungen geben. "Die Anfragen der Agentur werden jeweils einzeln im Hinblick auf die Interessen Irans geprĂŒft, bewertet und beantwortet", sagte der Minister.
Auch ein Abgeordneter des von ultrakonservativen Hardlinern dominierten Parlaments sprach sich fĂŒr Diplomatie aus. "Selbst inmitten des Krieges ist Verhandlung eine lobenswerte Handlung", sagte der schiitische Geistliche Mohammed Bagheri.
Bereits vor dem Krieg waren die Verhandlungen zwischen Washington und Teheran gestockt. Die USA forderten eine vollstĂ€ndige Aufgabe der iranischen Urananreicherung, was fĂŒr Teheran eine rote Linie ist. Bei neuen GesprĂ€chen dĂŒrften die USA ihren Druck erhöhen.

