ROUNDUP, Hamas

Hamas: Werden Geiseln wie vereinbart freilassen

13.02.2025 - 12:14:00 | dpa.de

Die islamistische Hamas will am Samstag nun doch israelische Geiseln freilassen.

Die Terrororganisation teilte nach VermittlungsgesprĂ€chen in Ägypten mit, sie sei der Umsetzung der Waffenruhe-Vereinbarung mit Israel verpflichtet. Der Vereinbarung zufolge sollten drei Geiseln freigelassen werden. Damit dĂŒrfte die Krise bei der Umsetzung der Waffenruhe mit Israel vorerst beigelegt sein.

Die GesprĂ€che in Kairo seien positiv verlaufen, hieß es weiter in der Mitteilung der Hamas. Die UnterhĂ€ndler Katar und Ägypten hĂ€tten versichert, dass sie weiterhin daran arbeiten wĂŒrden "Hindernisse aus dem Weg zu rĂ€umen".

Die Hamas hatte die eigentlich fĂŒr Samstag vorgesehene Freilassung der nĂ€chsten Geiselgruppe zunĂ€chst auf unbestimmte Zeit verschoben. Sie warf Israel vor, sich nicht an die Vereinbarung zur Waffenruhe zu halten. Israel wies dies entschieden zurĂŒck und drohte mit einem Neubeginn des Kriegs, sollten keine weiteren Geiseln freigelassen werden. Im Gegenzug fĂŒr die Geiseln sollen wieder palĂ€stinensische HĂ€ftlinge freigelassen werden.

Streit um Hilfslieferungen

Nach Darstellung der Hamas wird Israel die Zahl der Hilfslieferungen, die in den zerstörten Gazastreifen einfahren dĂŒrfen, erhöhen. Außerdem dĂŒrften schwere Baumaschinen zur RĂ€umung von TrĂŒmmern und Wohncontainer in das blockierte KĂŒstengebiet gebracht werden. Dies wurde jedoch von israelischer Seite dementiert.

Der Vorwurf der Hamas war, das Israel Lieferungen von Wohncontainern, Zelten und schweren Baumaschinen zur RĂ€umung von TrĂŒmmern nicht in ausreichendem Maße zulasse. Zudem seien in dem abgeriegelten KĂŒstengebiet wĂ€hrend der Waffenruhe 92 PalĂ€stinenser durch israelischen Beschuss getötet worden.

Die fĂŒr PalĂ€stinenserangelegenheiten zustĂ€ndige israelische Behörde Cogat wies die VorwĂŒrfe zu den Hilfslieferungen zurĂŒck. WĂ€hrend der Waffenruhe seien rund 15.000 Lastwagen mit humanitĂ€rer Hilfe in den Gazastreifen gefahren, hieß es. Sie hĂ€tten Lebensmittel, Trinkwasser, Treibstoff, Medikamente, medizinische AusrĂŒstung, Zelte, UnterkĂŒnfte und schweres RĂ€umgerĂ€t transportiert.

Ultimatum Trumps und Netanjahus an die Hamas

US-PrÀsident Donald Trump und der israelische MinisterprÀsident Benjamin Netanjahu hatten der Hamas ein Ultimatum gestellt, um die Freilassung der verbliebenen Geiseln zu erzwingen. Trump drohte, es werde die "die Hölle losbrechen", falls die Hamas die Geiseln nicht wie vereinbart freilasse.

Netanjahu erklĂ€rte seinerseits, dass die israelische Armee die KĂ€mpfe wieder aufnehmen werde, falls die Hamas die Geiseln nicht freilĂ€sst. Wie viele Geiseln freigelassen werden mĂŒssten, um einen neuen Waffengang zu verhindern, ließ Netanjahu dabei offen.

Israelische Medien berichteten, die Regierung in Jerusalem fordere die Freilassung aller noch lebenden Geiseln, die wÀhrend der ersten Phase der Vereinbarungen zur Waffenruhe und dem Geiseldeal freikommen sollten. Das wÀren neun Verschleppte.

Höchstens 40 Hamas-Geiseln sind noch am Leben

Die Vereinbarung ĂŒber die Waffenruhe und der Geiseldeal sehen eigentlich vor, dass wĂ€hrend einer ersten Phase nach und nach 33 Geiseln gegen 1.904 in israelischen GefĂ€ngnissen inhaftierte PalĂ€stinenser ausgetauscht werden.

Insgesamt werden gegenwĂ€rtig noch 76 Geiseln im Gazastreifen festgehalten. Nach israelischen Angaben sind 36 von ihnen nicht mehr am Leben, in ihrem Fall geht es also um die Übergabe der sterblichen Überreste. Zuletzt hatte die Hamas bei fĂŒnf Austauschaktionen insgesamt 16 israelische Geiseln freigelassen. Israel setzte im Gegenzug Hunderte palĂ€stinensische HĂ€ftlinge auf freien Fuß.

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