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Israel fliegt Angriffe im Nordosten des Libanons

15.10.2024 - 06:35:05 | dpa.de

Die israelischen StreitkrÀfte sind Medienberichten zufolge Luftangriffe auf den Nordosten des Libanons geflogen.

Getroffen worden seien mehrere Gebiete in der Bekaa-Ebene und rund um die Stadt Baalbek, berichtete der Hisbollah-nahe Fernsehsender Al-Majadin. Der Fernsehsender MTV meldete mindestens zehn LuftschlÀge in Baalbek und dem Umland. Auf einem Video, das aus dem Dorf Duris stammen soll, war ein brennendes GebÀude zu sehen.

Baalbek gilt israelischen Medienberichten zufolge als Hochburg der Schiiten-Miliz Hisbollah. Die Region wurde seit Beginn der Eskalation Ende vergangenen Monats bereits mehrfach von der israelischen Luftwaffe bombardiert. Die israelischen StreitkrÀfte greifen nach eigenen Angaben immer wieder Stellungen der proiranischen Miliz an. Die Hisbollah feuert ihrerseits weiterhin Raketen auf Israel ab. Nach Angaben des israelischen MilitÀrs wurden am Montag etwa 115 Geschosse registriert, die aus dem Libanon auf Israel abgefeuert wurden.

Israels MinisterprĂ€sident Benjamin Netanjahu kĂŒndigte an, die Hisbollah weiterhin hart im ganzen Libanon zu bekĂ€mpfen. Bei einem möglichen Vergeltungsschlag gegen den Iran hingegen will er sich einem Bericht der "Washington Post" zufolge auf militĂ€rische Einrichtungen konzentrieren und die Atom- und Ölanlagen verschonen. Damit dĂŒrfte Netanjahu den Vorstellungen der US-Regierung entgegenkommen.

Israels MilitÀr: Unterirdische Kommandozentrale der Hisbollah entdeckt

Israelische Bodentruppen entdeckten im SĂŒdlibanon nach Angaben des MilitĂ€rs eine unterirdische Kommandozentrale der Hisbollah. Der Komplex habe der Elitetruppe Radwan gedient, teilten die StreitkrĂ€fte mit. Dort seien Waffen, Munition und MotorrĂ€der gefunden worden. Der unterirdische Komplex war nach MilitĂ€rangaben so konzipiert, dass Radwan-Einheiten sich dort ausrĂŒsten und dann zu Fuß oder auf MotorrĂ€dern in israelisches Territorium eindringen konnten. Bei der Entdeckung der Anlage sei ein Radwan-KĂ€mpfer getötet worden.

Missionschef: UN-Friedenssoldaten im Libanon halten ihre Stellungen

Trotz der israelischen Aufforderung zum Abzug sollen die Soldaten der UN-Beobachtermission im Libanon (Unifil) ihre Arbeit vorerst fortsetzen. "Es wurde die Entscheidung gefĂ€llt, dass Unifil derzeit alle ihre Stellungen hĂ€lt, obwohl sie von den israelischen StreitkrĂ€ften zum Abzug aus ihren Positionen nahe der Grenze aufgefordert wurde", sagte Chef der UN-Friedensmissionen, Jean-Pierre Lacroix. Bei den KĂ€mpfen zwischen den israelischen StreitkrĂ€ften und der Hisbollah waren die Blauhelme in den vergangenen Tagen mehrmals unter Feuer geraten, mindestens vier Soldaten wurden dabei verletzt. Die UN-Mission ĂŒberwacht das Grenzgebiet zwischen Israel und dem Libanon bereits seit Jahrzehnten. Daran sind mehr als 10.000 UN-Soldaten aus mehr als 50 LĂ€ndern beteiligt, darunter auch die Bundeswehr.

UN-Sicherheitsrat kritisiert Angriffe auf Blauhelmsoldaten im Libanon

Nach dem wiederholten Beschuss von Stellungen der UN-Friedenstruppen im Libanon (Unifil) zeigte sich der Weltsicherheitsrat besorgt ĂŒber die Sicherheit der dort stationierten Blauhelmsoldaten. "Wir rufen alle Parteien dazu auf, die Sicherheit des Personals und der Einrichtungen von Unifil zu respektieren", sagte die Schweizer UN-Botschafterin Pascale Baeriswyl als amtierende PrĂ€sidentin des Sicherheitsrats im Namen aller 15 Mitglieder. "Wir erinnern daran, dass UN-Friedenssoldaten und UN-Liegenschaften niemals Ziel von Angriffen werden dĂŒrfen." Angesichts der KĂ€mpfe zwischen den israelischen StreitkrĂ€ften und der Hisbollah Ă€ußerte der UN-Sicherheitsrat auch seine Besorgnis ĂŒber zivile Opfer, die Zerstörung der Infrastruktur und die steigende Zahl an BinnenflĂŒchtlingen. "Wir rufen alle Parteien dazu auf, das humanitĂ€re Völkerrecht zu achten", sagte SicherheitsratsprĂ€sidentin Baeriswyl.

Bericht: Israel will Atom- und Ölanlagen bei Vergeltung gegen Iran verschonen

Israel will seinen geplanten Vergeltungsschlag gegen den Iran einem Bericht zufolge auf militĂ€rische Einrichtungen konzentrieren und die Atom- und Ölanlagen verschonen. Das habe der israelische MinisterprĂ€sident Benjamin Netanjahu der US-Regierung mitgeteilt, berichtete die Zeitung "Washington Post" unter Berufung auf zwei mit der Angelegenheit vertraute Beamte. Vor zwei Wochen hatten Irans Revolutionsgarden rund 200 ballistische Raketen auf den jĂŒdischen Staat gefeuert. Israel kĂŒndigte daraufhin Vergeltung an. US-PrĂ€sident Biden hatte deutlich gemacht, einen israelischen Angriff auf iranische Atomanlagen nicht zu unterstĂŒtzen. Laut Analysten könnte ein Angriff auf Ölanlagen die Energiepreise nach oben treiben, eine Attacke auf Atomanlagen hingegen eine weitere Eskalation auslösen und die USA in den Konflikt hineinziehen. Netanjahus Plan, lediglich militĂ€rische Einrichtungen anzugreifen, sei in Washington mit Erleichterung aufgenommen worden.

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