Meloni, EU-Asylreform

Meloni sieht in EU-Asylreform keine nachhaltige Lösung fĂŒr Migration

04.01.2024 - 13:53:27

Die italienische MinisterprĂ€sidentin Giorgia Meloni hĂ€lt die EU-Asylreform nicht fĂŒr eine nachhaltige Lösung, um die irregulĂ€re Migration nach Europa einzudĂ€mmen.

"Ich halte die neuen Regeln fĂŒr besser als die vorherigen", sagte die ultrarechte Regierungschefin am Donnerstag bei der Pressekonferenz zum Jahresabschluss in Rom. "Aber es ist keine Lösung. Wir werden das Problem niemals lösen, wenn wir darĂŒber nachdenken, wie wir mit Migranten umgehen, wenn sie in Europa ankommen."

Meloni machte einmal mehr deutlich, dass die Menschen aus ihrer Sicht schon frĂŒher daran gehindert werden mĂŒssen, ĂŒberhaupt nach Europa zu kommen. Eine Möglichkeit dafĂŒr sieht die Regierungschefin in Abkommen mit HerkunftslĂ€ndern, um zu erreichen, dass die Menschen die Reise nach Europa gar nicht erst auf sich nehmen. Als Vorsitzland der Gruppe der sieben großen Industriestaaten (G7) in diesem Jahr will Italien Migration und Afrika als zentrale Themen setzen.

Die EU-Staaten und das Europaparlament hatten sich vor dem Jahreswechsel nach langem Ringen auf eine Reform des gemeinsamen europĂ€ischen Asylsystems geeinigt. Die Einigung sieht unter anderem einen sogenannten SolidaritĂ€tsmechanismus vor. Die Verteilung der Schutzsuchenden soll unter den EU-Staaten neu geregelt werden: Wenn die LĂ€nder keine FlĂŒchtlinge aufnehmen wollen, mĂŒssen sie UnterstĂŒtzung leisten, etwa in Form von Geldzahlungen. Die Einigung sieht außerdem einheitliche Grenzverfahren an den Außengrenzen sowie die Unterbringung von Migranten in Auffanglagern unter haftĂ€hnlichen Bedingungen vor.

Mit Blick auf die irregulĂ€re Migration nach Europa und die AnkĂŒnfte von zahlreichen Migranten an Italiens KĂŒsten betonte Meloni, dass Italien dieses Problem nicht allein bewĂ€ltigen könne. Mit der EU mĂŒsse das "Recht, nicht migrieren zu mĂŒssen, vor dem Recht, migrieren zu können" verteidigt werden, sagte Meloni. Ihre Pressekonferenz war mehrmals wegen Krankheit verschoben werden und sollte eigentlich vor dem Jahreswechsel stattfinden.

In Italien kamen im vergangenen Jahr Zehntausende Migranten auf dem Seeweg an. Nach Zahlen des Innenministeriums in Rom waren es 2023 insgesamt etwa 157 650 Menschen. Das sind 50 000 mehr als im Vorjahr (2022: 105 131). Zahlreiche Menschen versuchen immer wieder mit Booten aus Tunesien und Libyen ĂŒber das zentrale Mittelmeer nach Lampedusa, Sizilien oder das italienische Festland zu gelangen.

@ dpa.de