ROUNDUP, Japans

Japans Notenbank bestÀtigt Leitzins und erhöht Inflationsprognose

31.07.2025 - 13:43:31

Die japanische Zentralbank hat den Leitzins wie erwartet nicht verÀndert und die Inflationsprognose deutlich erhöht.

Wie die Notenbank am Donnerstag in Tokio mitteilte, bleibt der Leitzins bei 0,5 Prozent. Die Entscheidung sei einstimmig gefĂ€llt worden, heißt es in der Mitteilung. Ökonomen hatten im Schnitt einen unverĂ€nderten Leitzins erwartet. Am Devisenmarkt geriet der japanische Yen nach Aussagen von Notenbankchef Kazuo Ueda im Anschluss an die Zinsentscheidung unter Druck.

Die Notenbank erhöhte ihre Inflationsprognose. Demnach wird im laufenden Jahr eine Teuerung von 2,7 Prozent erwartet. Zuvor hatten die WĂ€hrungshĂŒter mit 2,2 Prozent gerechnet. Außerdem wurden auch die Inflationsprognosen fĂŒr die Jahre 2026 und 2027 angehoben, allerdings nur leicht.

Notenbankchef Ueda spielte den Inflationsanstieg auf der Pressekonferenz herunter und dÀmpfte damit die Spekulation an den FinanzmÀrkten auf eine Zinserhöhung. Demnach sieht Ueda kein hohes Risiko einer zu stark steigenden Inflation.

Nach EinschÀtzung des Analysten Volkmar Baur von der Commerzbank sind die höheren Inflationsprognosen mit einer unerwartet starken Teuerung bei Lebensmitteln zu erklÀren. "Allerdings ist nicht ganz klar, was die Zentralbank gegen eine Inflation bei den Reispreisen unternehmen kann, welche eher mit einer schwachen Ernte von vor zwei Jahren als mit der Geldpolitik zu tun hat", sagte Baur.

Bei der EinschĂ€tzung der konjunkturellen Lage geht die Notenbank davon aus, dass sich das Wirtschaftswachstum abschwĂ€chen dĂŒrfte. Im Konjunkturausblick der Zentralbank wird in diesem Zusammenhang auf "Handels- und andere politische Maßnahmen" in den einzelnen LĂ€ndern verwiesen, die generell belasten wĂŒrden. Derzeit wird die konjunkturelle Entwicklung in vielen Staaten vor allem durch die Folgen der aggressiven Zollpolitik der US-Regierung gebremst.

Am Devisenmarkt reagierte der japanische Yen zunĂ€chst kaum auf die geldpolitischen BeschlĂŒsse. Nach den Aussagen von Notenbankchef Ueda im Anschluss an die Zinsentscheidung geriet die japanische WĂ€hrung aber unter Druck. Zeitweise wurden fĂŒr einen US-Dollar 150 Yen gezahlt und damit so viel wie seit Anfang April nicht mehr.

@ dpa.de