GeschÀftspartner: KaDeWe-Gruppe hat Rechnungen nicht bezahlt
31.01.2024 - 16:06:15 | dpa.deDer Kosmetikverband VKE erhebt VorwĂŒrfe gegen die finanziell angeschlagene KaDeWe Group. Das Luxuskaufhaus-Unternehmen, das in dieser Woche einen Insolvenzantrag stellte, habe zuletzt zahlreiche Rechnungen nicht oder erst nach Androhung rechtlicher Schritte beglichen, sagte VerbandsgeschĂ€ftsfĂŒhrer Andreas Fuhlisch der Deutschen Presse-Agentur. Die KaDeWe Group reagierte nicht auf Bitten um Stellungnahmen. Zuvor hatte die «Lebensmittel Zeitung» berichtet.
Der Branchenverband vertritt die Interessen von 65 Herstellern im Bereich Hautpflege, Make-up und ParfĂŒm, darunter LâOrĂ©al, Coty, Dior und Chanel. Der Umsatz der Unternehmen in Deutschland liegt nach eigenen Angaben bei 2,3 Milliarden Euro.
Erhebliche Zahlungsverzögerungen
Nach Fuhlischs Worten informierten im Dezember mehrere Unternehmen den VKE ĂŒber erhebliche Zahlungsverzögerungen. Der Verband habe daraufhin im Januar KaDeWe zweimal angeschrieben. Forderungen «in zum Teil signifikanten GröĂenordnungen» seien nicht oder nur mit erheblichen VerspĂ€tungen beglichen werden, hieĂ es in dem Schreiben. Dies sei trotz Frist unbeantwortet geblieben. «Uns hat es irritiert, dass wir keine RĂŒckmeldung bekommen haben», sagte Fuhlisch.
Der Chef eines Herstellers von Schönheitsprodukten, der namentlich nicht genannt werden will, bestĂ€tigte die Schwierigkeiten. Rechnungen von mehr als 300.000 Euro seien noch offen. Schon seit Sommer 2023 sei nicht mehr bezahlt worden. Auf Nachfrage sei er von der KaDeWe Group mehrfach vertröstet worden. «NĂ€chste Woche kommt das Geld, hieĂ es. Da wurde frech gelogen», sagte der Manager. Die Verzögerungen seien mit ServerausfĂ€llen und Cyberattacken begrĂŒndet worden. Im Dezember wurden demnach die Lieferungen zunĂ€chst teilweise, im Januar dann vollstĂ€ndig eingestellt.
«Wenn die Gelder ausbleiben, haben wir ein Problem»
Ăhnliche Erfahrungen machte Michael NĂ€ckel, der GeschĂ€ftsfĂŒhrer des «Papaya Royal». Er betreibt seit 2016 zwei Restaurants mit 30 Mitarbeitern in der Gastro-Etage des KaDeWe in der Berliner TauentzienstraĂe. Die Abrechnung erfolgt nach seinen Angaben im Konzessionsmodell: Die Einnahmen werden zunĂ€chst vollstĂ€ndig an KaDeWe abgefĂŒhrt, einige Wochen spĂ€ter erhĂ€lt der Unternehmer seinen Anteil ausgezahlt, abzĂŒglich Miete und anderer Kosten.
Seit dem SpĂ€tsommer habe es erhebliche Probleme gegeben, berichtete NĂ€ckel. Die BetrĂ€ge seien erst nach langer Wartezeit und wiederholten Nachfragen gezahlt worden, teilweise bis heute nicht. Eine sechsstellige Summe sei offen. «Wir mĂŒssen Löhne bezahlen und haben Verpflichtungen. Wenn die Gelder ausbleiben, haben wir ein Problem», sagte NĂ€ckel. Er hofft dennoch, dass es eine Zukunft fĂŒr das KaDeWe gibt.
Andere Restaurantbetreiber warten offenbar ebenfalls auf ihren Anteil. «Wir sind sehr besorgt, dass die betroffenen Gastronomen nun selbst in die Insolvenz geraten. Und zwar nicht nur deren Filialen im KaDeWe, sondern auch die in der ganzen Stadt», sagte Thomas Lengfelder, GeschĂ€ftsfĂŒhrer des Dehoga-Landesverbandes, der «Berliner Morgenpost».
Anfang dieser Woche, als die KaDeWe Group einen Insolvenzantrag stellte, erhielten die Betroffenen indirekt eine Antwort, worauf die Schwierigkeiten zurĂŒckzufahren sind. Nach einem Bericht des Wirtschaftsmagazins «Capital» sind andere GeschĂ€ftspartner, wie Warenlieferanten, Handwerksfirmen und weitere Dienstleister ebenfalls betroffen. Die KaDeWe Group Ă€uĂerte sich zu den VorwĂŒrfen auf Nachfrage nicht.
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