Deutschland, Industrie

Industrieproduktion legt stÀrker zu als erwartet

Veröffentlicht am: 07.07.2026 um 09:08 Uhr | dpa.de

Die Kennzahlen in der deutschen Industrie zeigen trotz der Verwerfungen durch den Iran-Krieg nach oben. Ökonomen sind uneins, ob dies bereits eine tragende Entwicklung ist.

Die Produktion der Autoindustrie zieht an.  - Bild: Sven Hoppe/dpa
Die Produktion der Autoindustrie zieht an. - Bild: Sven Hoppe/dpa

Das verarbeitende Gewerbe in Deutschland hat sich im Mai besser als erwartet entwickelt. Die Gesamtproduktion sei im Vergleich zum Vormonat April saison- und kalenderbereinigt um 0,9 Prozent gestiegen, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) in Wiesbaden mitteilte. Experten hatten im Schnitt mit einem Plus von lediglich 0,1 Prozent gerechnet. Allerdings wurde der monatliche Anstieg der Produktion im verarbeitenden Gewerbe im April von 0,4 Prozent auf 0,2 Prozent nach unten revidiert. 

«Die positive Entwicklung der Produktion im Mai 2026 ist maßgeblich auf die ZuwĂ€chse in der Automobilindustrie zurĂŒckzufĂŒhren», berichteten die Statistiker. Dort stieg die Produktion saison- und kalenderbereinigt im Mai um 3,6 Prozent zum Vormonat.

Senior Economist Jens-Oliver Niklasch von der LBBW sieht eine Fortsetzung der allmĂ€hlichen Belebung in der deutschen Industrie. «Das ist nicht schlecht, wenn man bedenkt, dass diese Zahlen noch in die Phase des Iran-Krieges fallen, in der die Unsicherheit besonders groß war.» Vermutlich habe es in Deutschland im zweiten Quartal keinen RĂŒckgang der Wirtschaftsleistung gegeben. Das wĂ€re eine gute Nachricht.

Nach Ansicht von Jörg KrĂ€mer, Chefvolkswirt der Commerzbank, Ă€ndert das Plus im Mai nichts daran, dass sich die deutsche Industrieproduktion weiter auf niedrigem Niveau seitwĂ€rts bewegt. Insbesondere der starke RĂŒckgang des Ölpreises spreche aber fĂŒr eine moderate Erholung in der zweiten JahreshĂ€lfte. «Mehr ist nicht drin, weil das Reformpaket der Bundesregierung die erodierte StandortqualitĂ€t trotz einzelner Fortschritte nicht wesentlich verbessert und China der deutschen Industrie zusetzt», betonte KrĂ€mer.

de | wirtschaft | 69711397 |