Immobilienpreise gehen in SeitwĂ€rtsbewegung ĂŒber
12.08.2024 - 08:30:00 | dts-nachrichtenagentur.deEine deutlichere Preiskorrektur im Vorjahresvergleich war mit -7,4 Prozent erneut bei den Gewerbeimmobilienpreisen auszumachen, die sich aus der Entwicklung der BĂŒro- und Einzelhandelsimmobilienpreise zusammensetzen. Allerdings entwickelten auch sie sich vom ersten bis zum zweiten Quartal dieses Jahres mit +0,4 Prozent leicht positiv. "Nachdem die Immobilienpreise in Deutschland knapp zwei Jahre lang sukzessive gefallen sind, deutet sich nun eine Beruhigung an. Die Preise scheinen sich mittlerweile so weit angepasst zu haben, dass die erzielbaren Renditen den Erwartungen der Investoren im neuen Zins- und Bewertungsumfeld entsprechen", sagte VDP-HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer Jens Tolckmitt. Mit einem kurzfristigen spĂŒrbaren Anstieg der Immobilienpreise rechnet er dennoch nicht: "Wir gehen davon aus, dass die sich abzeichnende SeitwĂ€rtsbewegung noch einige Quartale anhalten wird. Unsicherheitsfaktoren fĂŒr die weitere Preisentwicklung sind seinen Angaben nach die aktuell nochmals gestiegene Gefahr der Ausweitung geopolitischer Konflikte und die derzeit verhaltene Wirtschaftsentwicklung in Deutschland." Erstmals seit dem zweiten Quartal 2022 gingen die Wohnimmobilienpreise im Quartalsvergleich nicht zurĂŒck. Dabei zogen die Preise fĂŒr MehrfamilienhĂ€user und die Preise fĂŒr selbst genutztes Wohneigentum zwischen dem ersten und zweiten Quartal 2024 jeweils um 0,5 Prozent an. Nahezu parallel entwickelten sich die Preise in beiden Sektoren auch auf Jahressicht, hier allerdings mit negativen Vorzeichen. WĂ€hrend sich MehrfamilienhĂ€user im Vorjahresvergleich um 2,8 Prozent vergĂŒnstigten, belief sich der RĂŒckgang der Preise fĂŒr EinfamilienhĂ€user und Eigentumswohnungen auf 3,0 Prozent. Der Anstieg der Neuvertragsmieten in MehrfamilienhĂ€usern setzte sich auch im zweiten Quartal dieses Jahres fort: Sie erhöhten sich im Vergleich zum Vorjahresquartal um 6,1 Prozent, im Quartalsvergleich um 1,4 Prozent. Die Renditen von Mietobjekten stiegen vom zweiten Quartal 2023 zum zweiten Quartal 2024 an. In den Top 7-StĂ€dten gingen die Wohnimmobilienpreise im Vergleich zum Vorjahresquartal mit durchschnittlich -2,5 Prozent etwas geringer zurĂŒck als im gesamten Bundesgebiet (-2,9 Prozent). Die individuellen VerĂ€nderungsraten variierten dabei zwischen -1,6 Prozent in Köln und -4,7 Prozent in MĂŒnchen. Verglichen mit dem ersten Quartal 2024 entwickelten sich die Wohnimmobilienpreise in den Metropolen uneinheitlich: WĂ€hrend sie sich in DĂŒsseldorf (-0,5 Prozent), MĂŒnchen (-0,4 Prozent) und Stuttgart (-0,2 Prozent) leicht reduzierten, stand in Frankfurt am Main (+0,5 Prozent), Hamburg (+0,6 Prozent), Köln (+1,1 Prozent) und Berlin (+1,2 Prozent) jeweils ein Plus zu Buche. Im Durchschnitt erhöhten sich die Preise in allen sieben Top-StĂ€dten gegenĂŒber dem direkten Vorquartal um 0,7 Prozent. Den mit 6,9 Prozent auf Jahressicht höchsten Anstieg der Neuvertragsmieten in MehrfamilienhĂ€usern verzeichnete erneut Berlin, gefolgt von Frankfurt am Main (+5,1 Prozent) und MĂŒnchen (+4,5 Prozent). In allen sieben Metropolen betrug das Wachstum der Neuvertragsmieten im Durchschnitt 5,5 Prozent. Der Gewerbeimmobilienmarkt war im zweiten Quartal nach wie vor stĂ€rker vom Abschwung betroffen als der Wohnimmobilienmarkt. Der RĂŒckgang bei den BĂŒroimmobilienpreisen war dabei mit 7,9 Prozent ausgeprĂ€gter als die Preiskorrektur bei Einzelhandelsimmobilien (-5,9 Prozent). Auf Quartalssicht konnten die Gewerbeimmobilien ihr Preisniveau hingegen halten: Die VerĂ€nderungsrate zwischen dem ersten und zweiten Quartal 2024 belief sich auf +0,4 Prozent und setzte sich zusammen aus den Entwicklungen der BĂŒroimmobilienpreise (+0,3 Prozent) und der Einzelhandelsimmobilienpreise (+0,7 Prozent). Bei den Neuvertragsmieten war das Plus bei den Handelsobjekten mit 3,1 Prozent etwas höher als bei den BĂŒros (+2,1 Prozent). "Der Gewerbeimmobilienmarkt prĂ€sentiert sich weiterhin angespannt. Transaktionen und UmsĂ€tze befinden sich noch auf einem unterdurchschnittlichen Niveau. Dennoch hĂ€ufen sich die Anzeichen dafĂŒr, dass der Abschwung am Gewerbeimmobilienmarkt an Kraft verliert", erklĂ€rte Tolckmitt. Relevant fĂŒr die weitere Preisentwicklung sei, wie stark die eingetretene Stagnation der deutschen Wirtschaft in Verbindung mit der eingetrĂŒbten Stimmung bei Unternehmen die Immobilienwirtschaft belasten wĂŒrden. "Nach zwei Jahren des Abschwungs scheint das weitere RĂŒckschlagpotenzial inzwischen begrenzt zu sein." Angesichts der bestehenden externen Risikofaktoren wie Geopolitik und Wirtschaftswachstum sei zwar nicht auszuschlieĂen, dass in den nĂ€chsten Quartalen teilweise nochmals RĂŒckgĂ€nge zu verzeichnen seien, aber tendenziell werde sich die jetzt schon erkennbare SeitwĂ€rtsbewegung der Immobilienpreise im nĂ€chsten Jahr manifestieren, bei den Wohnimmobilienpreisen schneller als bei den Gewerbeimmobilienpreisen. "Es ist noch deutlich zu frĂŒh, eine Trendumkehr auszurufen, aber eine Entspannung der schwierigen Lage zeichnet sich ab."
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