KlÀrschlamm, KlÀranlagen

Etwas weniger KlÀrschlamm thermisch verwertet

12.12.2024 - 08:18:47

Die kommunalen KlÀranlagen in Deutschland haben im Jahr 2023 rund 1,32 Millionen Tonnen KlÀrschlamm in die thermische Verwertung gegeben.

Das waren 1,2 Prozent weniger als im Vorjahr, teilte das Statistische Bundesamt (Destatis) am Donnerstag mit. Damit wurden rund 81 Prozent der im Jahr 2023 insgesamt entsorgten KlĂ€rschlammmenge (1,63 Millionen Tonnen; -2,2 Prozent zum Vorjahr) verbrannt. Rund 226.000 Tonnen fanden in der Landwirtschaft als DĂŒngemittel oder im Landschaftsbau Verwendung (14 Prozent), weitere 85.000 Tonnen entfielen auf andere Entsorgungswege (fĂŒnf Prozent). Nach Angaben der Energiestatistik erzeugten industrielle Unternehmen und kommunale Anlagen 2023 durch die Verbrennung von KlĂ€rschlamm 473,8 Millionen Kilowattstunden Strom und 852,4 Millionen Kilowattstunden WĂ€rme.

Bei den thermischen Entsorgungsverfahren spielten KlĂ€rschlammverbrennungsanlagen mit 49 Prozent der thermisch verwerteten KlĂ€rschlammmenge (648.000 Tonnen) die wichtigste Rolle. Weitere 45 Prozent gingen in die sogenannte thermische Mitbehandlung, also die Verbrennung von KlĂ€rschlamm zusammen mit anderen Materialien - und zwar 20 Prozent in Kohlekraftwerke oder Kohleveredlungsanlagen (264.000 Tonnen), 13 Prozent in Zementwerke (170.000 Tonnen) und zwölf Prozent in Abfallverbrennungsanlagen (152.000 Tonnen). Andere thermische Verfahren verwerteten die verbleibenden sechs Prozent (78.000 Tonnen) KlĂ€rschlamm. Durch den geplanten Kohleausstieg bis 2038 ist zu erwarten, dass in den kommenden Jahren eine Umorientierung weg von der Entsorgung von KlĂ€rschlamm in Kohlekraftwerken stattfinden wird. Zementwerke verwerten die Aschen unter anderem in FĂŒllstoffen, wĂ€hrend die Aschen aus Abfallverbrennungsanlagen fĂŒr den Ressourcenkreislauf verloren sind, da ihre Entsorgung hauptsĂ€chlich auf Deponien erfolgt. In der KlĂ€rschlammverordnung von 2017 wurden die Vorgaben zur Ausbringung von KlĂ€rschlamm in der Landwirtschaft verschĂ€rft, um den Eintrag von Schadstoffen wie zum Beispiel ArzneimittelrĂŒckstĂ€nde oder Mikroplastik in die Böden zu verringern. FĂŒr eine bessere Ressourcennutzung ist ab 2029 zusĂ€tzlich die PhosphorrĂŒckgewinnung aus dem KlĂ€rschlamm verpflichtend. Im Jahr 2023 sind 656.000 Tonnen KlĂ€rschlamm in Verfahren verbrannt worden, bei denen nach dem derzeitigen technischen Stand zukĂŒnftig die RĂŒckgewinnung von Phosphor aus den RĂŒckstĂ€nden am effizientesten ist. Das entspricht rund 40 Prozent der insgesamt entsorgten Menge an KlĂ€rschlamm. Im Vergleich zum Vorjahr stieg der Anteil dieser Verfahren um zwölf Prozent.

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