Modehandel, Kunden

Modehandel leidet unter sparsamen Kunden und hohen Kosten

10.02.2025 - 11:21:35

Die Konsumenten kaufen nur zurĂŒckhaltend ein, auch bei Bekleidung. In diesem Jahr könnten die Modeunternehmen deshalb noch stĂ€rker unter Druck geraten, prophezeit der Branchenverband.

Sparsame Kunden, steigende Kosten, Insolvenzen und wachsende Konkurrenz aus Asien: Die ModehÀndler in Deutschland schauen mit Sorge in die Zukunft. Die Branche sei unzufrieden, sagte der PrÀsident des Bundesverbandes des Deutschen Textil-, Schuh- und Lederwareneinzelhandels (BTE), Mark Rauschen. Wegen der schwierigen wirtschaftlichen Lage sei damit zu rechnen, dass in diesem Jahr noch mehr HÀndler unter Druck gerieten. 

Probleme bereiten der Branche die deutlich zunehmenden Kosten. Laut BTE zahlen die Betriebe etwa 20 Prozent mehr fĂŒr Energie, Miete und GehĂ€lter als 2019. Infolgedessen kamen im vergangenen Jahr bekannte Unternehmen in Not. So meldeten unter anderem die Kaufhauskette Galeria sowie die ModehĂ€ndler Esprit und Sinn Insolvenz an. 

Den HĂ€ndlern macht es zu schaffen, dass die Kunden weiterhin zurĂŒckhaltend konsumieren. Wie aus einer reprĂ€sentativen Umfrage des Preisvergleichsportals Idealo hervorgeht, war das bei Bekleidung besonders ausgeprĂ€gt. Jeder Zweite hat hier gespart. 

Viele Firmen rechnen 2025 mit Umsatz-Minus

StationÀre BekleidungsgeschÀfte, WarenhÀuser, Lebensmitteldiscounter und OnlinehÀndler verzeichneten 2024 mit Textilien hierzulande laut BTE einen Umsatz von 67,5 Milliarden Euro. Das war trotz leicht gestiegener Preise lediglich so viel wie im Vorjahr. 

Schwierig ist die Lage vor allem im stationĂ€ren Textil- und Modefachhandel, der wĂ€hrend der Pandemie hohe Verluste erlitt. Anschließend nahm das GeschĂ€ft wieder Fahrt auf, an das vorherige Niveau konnte man aber bislang nicht anknĂŒpfen. 

Laut einer Verbandsumfrage unter 150 Firmen erwartet nur ein Drittel der HĂ€ndler in diesem Jahr ein nennenswertes Umsatz-Plus, drei von zehn befĂŒrchten einen RĂŒckgang von einem Prozent oder mehr. 

Asiatische Anbieter steigerten Marktanteil

Der BTE-PrĂ€sident kritisiert die hohe bĂŒrokratische Belastung der Unternehmen. Die Vorgaben seien untragbar, wenn gleichzeitig «Billigware» ĂŒber Plattformen wie Shein und Temu unkontrolliert importiert werde. Rauschen begrĂŒĂŸt die EU-PlĂ€ne, diese kĂŒnftig stĂ€rker zu prĂŒfen. 

Die asiatischen Anbieter konnten ihren Marktanteil zuletzt deutlich steigern. E-Commerce-Experte Gerrit Heinemann von der Hochschule Niederrhein schĂ€tzt, dass allein Shein im vergangenen Jahr hierzulande etwa 3 Milliarden Euro umgesetzt hat. Damit dĂŒrfte das Unternehmen bereits grĂ¶ĂŸter Fashion-Anbieter in Deutschland sein, sofern Einzelgesellschaften und nicht GruppenumsĂ€tze wie die Otto-Gruppe betrachtet wĂŒrden, so Heinemann.

@ dpa.de