Energie

Leere Gasspeicher: ZusÀtzlicher Sicherheitspuffer kostet Millionen

Veröffentlicht am: 23.02.2026 um 12:19 Uhr | dts-nachrichtenagentur.de

Die Kosten fĂŒr einen kurzfristigen Sicherheitspuffer fĂŒr das deutsche Gassystem, der angesichts sich leerender Gasspeicher benötigt wird, belaufen sich auf rund 60 Millionen Euro.

Gasspeicher (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur
Gasspeicher (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur
Das berichtet das Wirtschaftsmagazin "Capital" unter Berufung auf das Unternehmen Trading Hub Europe (THE), welches fĂŒr die StabilitĂ€t des Gassystems verantwortlich ist und Anfang Februar eine Sonderausschreibung fĂŒr zusĂ€tzliche Gasmengen an sogenannter Regelenergie durchgefĂŒhrt hat.

"In Summe belaufen sich die Leistungspreise fĂŒr die Sonderausschreibung auf knapp 59,1 Millionen Euro", teilte eine THE-Sprecherin dem Magazin mit. "Die gesamten ausgeschriebenen Bedarfe konnten kontrahiert werden, dementsprechend sind wir mit den Ausschreibungsergebnissen zufrieden."

Als sogenannter Marktgebietsverantwortlicher ist es die Aufgabe von THE, sicherzustellen, dass das Angebot und der Verbrauch von Gas stets in der Balance sind. DafĂŒr kann THE Regelenergie zukaufen, die zum Ausgleich benötigt wird. Dies kann kurzfristig geschehen, aber auch ĂŒber lĂ€ngerfristige Optionen, mit denen sich THE Zugriff auf Leistung sichert. Wegen der sinkenden FĂŒllstĂ€nde der deutschen Erdgasspeicher hatte THE Anfang Februar kurzfristig eine Sonderausschreibung fĂŒr zusĂ€tzliche Regelenergie fĂŒr den Zeitraum von Mitte Februar bis Mitte MĂ€rz gestartet. Die HĂ€ndler, die bei dieser Auktion den Zuschlag erhalten haben, mĂŒssen das Gas an Speicher liefern, unter anderem in Bayern. Bei Bedarf kann THE die Gasmengen als Ausgleichsenergie abrufen.

Sogenannte Long-Term-Options (LTO) fĂŒr die Wintervorsorge stehen THE schon lĂ€nger zur VerfĂŒgung. Im Herbst hatte THE bereits fĂŒr die Monate Januar bis MĂ€rz Optionen ĂŒber jeweils 14.410 Megawatt ausgeschrieben. Die Kosten dafĂŒr betrugen rund 50 Millionen Euro. Die kurzfristige Sonderausschreibung fĂŒr weitere Leistungen von Mitte Februar bis Mitte MĂ€rz von in Summe 36.300 Megawatt werten Gasexperten als Zeichen fĂŒr eine angespannte Situation im deutschen Gassystem. Finanziert werden die Kosten fĂŒr die Ausgleichsenergie ĂŒber eine spezielle Umlage.

Das Bundeswirtschaftsministerium teilte auf Anfrage von "Capital" mit, die genauen Kosten fĂŒr die zusĂ€tzliche Regelenergie seien ihm noch nicht bekannt. Zugleich hob es hervor, dass es sich bei der Sonderausschreibung von THE um "eine rein prĂ€ventive Maßnahme zur Sicherstellung von lokalen Regelenergiebedarfen in Hochlastszenarien" handele. Bei der Auktion handele sich nicht um eine Maßnahme gemĂ€ĂŸ Gasspeichergesetz zur Absicherung von Gasmengen, es gehe also nicht um eine Gasumlage, so eine Ministeriumssprecherin. Die LTO könnten "die NetzstabilitĂ€t in SĂŒddeutschland unterstĂŒtzen, indem Leistung in Hochlastszenarien bereitgestellt wird, bis zum Beispiel angelandetes LNG aus dem Norden den SĂŒden erreicht".

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