Deutschland, Niederlande

Chipmangel: MinisterprÀsident Lies sorgt sich um Autobauer

22.10.2025 - 22:35:56

Die Krise um den Chip-Zulieferer Nexperia spitzt sich zu. VW schließt kurzfristige EngpĂ€sse nicht aus. Das alarmiert die Politik: Aus Niedersachsen und Sachsen-Anhalt kommt der Ruf nach Konsequenzen.

  • Nexperia-Produktion in Hamburg. (Archivbild) - Foto: David Hammersen/dpa

    David Hammersen/dpa

  • MinisterprĂ€sident Olaf Lies (SPD) sorgt sich um die Autobranche im VW-Land Niedersachsen. (Archivbild) - Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa

    Bernd von Jutrczenka/dpa

Nexperia-Produktion in Hamburg. (Archivbild) - Foto: David Hammersen/dpaMinisterprÀsident Olaf Lies (SPD) sorgt sich um die Autobranche im VW-Land Niedersachsen. (Archivbild) - Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa

Niedersachsens MinisterprĂ€sident Olaf Lies Ă€ußert sich angesichts möglicher Halbleiter-EngpĂ€sse besorgt ĂŒber Folgen fĂŒr die Autobranche. «In der Handelsauseinandersetzung zwischen China und den USA geraten jetzt die europĂ€ischen Autobauer und ihre Zulieferer zwischen die Fronten», sagte Lies (SPD) dem «Handelsblatt». Das seien lĂ€ngst keine KollateralschĂ€den mehr. Die Zeit drĂ€nge, Europa brauche «schnell eine Lösung – eher heute als morgen, bevor BĂ€nder stillstehen».

Zuvor war bekanntgeworden, dass Volkswagen wegen Problemen beim niederlĂ€ndischen Chiphersteller Nexperia kurzfristige EinschrĂ€nkungen in der Produktion nicht ausschließt. Einem Bericht der «Bild» zufolge ist VW bereits mit der Arbeitsagentur im GesprĂ€ch ĂŒber mögliche Kurzarbeit fĂŒr mehrere Zehntausend Mitarbeiter. Der Konzern wollte das nicht kommentieren.

«Produktion von SchlĂŒsselkomponenten in Europa aufbauen»

Zu möglichen Folgen der Entwicklungen bei Nexperia fĂŒr die Produktion von VW Ă€ußerte sich Lies nicht. Er wies lediglich darauf hin, dass AbhĂ€ngigkeiten in SchlĂŒsseltechnologien «in jeder Hinsicht misslich» seien und verletzlich machten. Als mittelfristigen Ausweg schlug Lies vor, «dass wir in Europa eigene KapazitĂ€ten bei der Produktion von SchlĂŒsselkomponenten wie Halbleitern, Batteriezellen und grĂŒnen Materialien aufbauen und strategisch absichern». Ebenso mĂŒsse man Partnerschaften mit befreundeten Industriestandorten vertiefen, um AbhĂ€ngigkeiten zu reduzieren.

Auch Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Sven Schulze (CDU) zeigt sich alarmiert. «Die Auswirkungen, die wir jetzt in der Automobilindustrie und auch in der Zuliefererindustrie durch nicht vorhandene Chips sehen, zeigen, wie fragil unser System aufgebaut ist», sagte Schulze dem «Handelsblatt». Es sei bislang nicht ausreichend gelungen, eine europĂ€ische Chipindustrie aufzubauen. «Das Problem wird grĂ¶ĂŸer und grĂ¶ĂŸer». Die EU mĂŒsse das Thema zur Chefsache machen.

Autoverband in Sorge

Bei Nexperia gibt es Lieferprobleme, nachdem die niederlĂ€ndische Regierung die Kontrolle ĂŒber die bisher von einer chinesischen Konzernmutter gefĂŒhrten Firma ĂŒbernommen hatte. China stoppte daraufhin die Ausfuhr von Nexperia-Produkten wie Chips fĂŒr die Autoindustrie. Der Automobilverband VDA hat bereits vor möglichen AusfĂ€llen wegen der Probleme bei Nexperia gewarnt – bis hin zu Produktionsstopps.

@ dpa.de