Edeka sieht Ende der PreissprĂŒnge bei Lebensmitteln
15.05.2025 - 15:23:10"Wir haben aktuell eine moderate Preissteigerung im Bereich Lebensmittel, so um die zwei Prozent", sagte Mark Rosenkranz, Chef der gröĂten Regionalgesellschaft Minden-Hannover, beim JahrespressegesprĂ€ch in Minden. Und er gehe davon aus, dass sich dies im Rest des Jahres auch so fortsetze.
Kaffee teuer, Speiseöl gĂŒnstig
Nach den massiven PreissprĂŒngen in den Jahren 2022 und 2023 gehe die Inflation nun wieder "in den normalen Bereich". Allerdings, so rĂ€umte Rosenkranz ein, gebe es einzelne AusschlĂ€ge: So sei der Kaffeepreis derzeit "historisch" hoch. "Auf der anderen Seite gibt es auch Produkte, die wieder gĂŒnstig geworden sind." Etwa Speiseöl. "Das war ĂŒber Jahre extrem teuer. Jetzt ist es extrem gĂŒnstig." Und auch bei Kakao und Butter seien die Preise wieder gesunken.
Im vergangenen Jahr konnte Edeka Minden-Hannover trotz schwacher Konjunktur den Umsatz um zwei Prozent auf 12,24 Milliarden Euro steigern, was zum Teil auf höhere Preise zurĂŒckzufĂŒhren war. Es habe aber auch ein leichtes Mengenwachstum gegeben, fĂŒgte Rosenkranz hinzu. Der Gewinn nach Steuern sank dagegen von knapp 179 auf 146 Millionen Euro.
Lebensmittelhandel trotzt Konsumflaute
Anders als bei anderen Produkten gebe es bei Lebensmitteln, die bei Edeka das KerngeschĂ€ft ausmachen, keine KaufzurĂŒckhaltung der Kunden. "Der Lebensmittel-Einzelhandel ist grundsĂ€tzlich krisen- und konjunkturresistent, weil gegessen werden muss immer", sagte Rosenkranz. "Das ist schon ein einigermaĂen ruhiges GeschĂ€ft."
Allerdings wĂŒrden die Kunden auch bei Lebensmitteln deutlich stĂ€rker auf den Preis achten. Bei der Eigenmarke "gut und gĂŒnstig" habe die Supermarktkette ein ĂŒberdurchschnittliches Wachstum verbucht. Abseits der Lebensmittel spĂŒre aber auch Edeka eine KaufzurĂŒckhaltung. Wegen der unsicheren Konjunktur wĂŒrden viele Verbraucher auf gröĂere Neuanschaffungen verzichten. "An dieser KonsumschwĂ€che, da kommen wir im Moment auch nicht vorbei."
Bemerkbar mache sich das vor allem bei der SB-Warenhaus-Tochter Marktkauf, die 20 Prozent ihrer VerkÀufe abseits der Lebensmittel macht. WÀhrend der Lebensmittelumsatz auch dort um mehr als zwei Prozent zulegte, gab es bei anderen Produkten sogar ein leichtes Minus, so der Unternehmer. Bei Edeka selbst liege der Nicht-Lebensmittel-Anteil dagegen nur bei drei Prozent. Das falle hier daher "nicht so ins Gewicht".
Stimmungsumschwung im Sommer erwartet
Nach drei Jahren KaufzurĂŒckhaltung erwarte er, "dass jetzt spĂ€testens zum Sommer hin die Konsumlaune wieder dreht", sagte Rosenkranz. "Das hĂ€ngt jetzt auch ein StĂŒck weit davon ab: Was passiert mit möglichen HandelsbeschrĂ€nkungen?" Das lasse sich derzeit nur schwer vorhersagen.
Die Edeka Minden-Hannover ist nach eigenen Angaben die gröĂte der sieben Edeka-Regionalgesellschaften in Deutschland. Das Verbreitungsgebiet reicht von der niederlĂ€ndischen bis zur polnischen Grenze und umfasst Ostwestfalen, Niedersachsen, Bremen, Sachsen-Anhalt, Berlin und Brandenburg. Dem genossenschaftlichen Verbund gehören mehr als 600 selbststĂ€ndige EinzelhĂ€ndler mit fast 1.500 LĂ€den und knapp 76.000 Mitarbeitern an. Fast die HĂ€lfte davon entfĂ€llt jeweils auf Niedersachsen.

