Verkaufsstopp fĂŒr ostdeutsche AgrarflĂ€chen besiegelt
11.04.2024 - 14:48:06Die ostdeutschen Acker- und WaldflĂ€chen im Besitz des Bundes sollen bis auf wenige Ausnahmen kĂŒnftig nur noch verpachtet und nicht mehr verkauft werden.
Eine entsprechende Vereinbarung traf die Bundesregierung mit den ostdeutschen LĂ€ndern - trotz Protesten von BauernverbĂ€nden gegen den Verkaufsstopp. «Der Ausverkauf kostbarer AckerflĂ€chen hat endgĂŒltig ein Ende», sagte Agrarminister Cem Ăzdemir in Berlin.
Die Neuregelung fĂŒr damals noch etwa 91.000 Hektar im Besitz der bundeseigenen Bodenverwertungs- und Verwaltungsgesellschaft BVVG wurde schon im Koalitionsvertrag von 2021 angekĂŒndigt und seit 2022 vorbereitet. Seit der deutschen Vereinigung waren Wald und Ăcker aus dem frĂŒheren DDR-Staatsbesitz nach und nach privatisiert worden. Jetzt regelten Bund und LĂ€nder in sogenannten FlĂ€chenmanagementgrundsĂ€tzen die Einzelheiten zum weitgehenden Verkaufsstopp.
Bei der anvisierten Verpachtung sollen nachhaltige Betriebe Vorrang haben - nach Ăzdemirs Angaben ökologisch wirtschaftende Bauernhöfe und konventionelle Betriebe, die bestimmte Nachhaltigkeitskriterien erfĂŒllen. «Wir legen dabei ein Hauptaugenmerk auf Nachhaltigkeit und Nachwuchsförderung», erklĂ€rte der GrĂŒnen-Politiker. «Wer zur BiodiversitĂ€t beitrĂ€gt, das Klima schĂŒtzt oder Tiere besser hĂ€lt, profitiert bei der Vergabe von FlĂ€chen. So fördern wir eine nachhaltige und damit zukunftsfeste Landwirtschaft.» Junglandwirte hĂ€tten besondere Vorteile von den neuen GrundsĂ€tzen, meinte Ăzdemir.
Ostdeutsche BauernverbĂ€nde hatten kĂŒrzlich gegen die Neuerungen protestiert. Der Verkaufsstopp solle aufgehoben werden, forderten sie. Stattdessen sollte die Privatisierung fortgesetzt und die FlĂ€chenverwaltung durch den Bund beendet werden. Auch gegen die Nachhaltigkeitskriterien bei der Verpachtung wehrten sich die VerbĂ€nde. Die ĂberfĂŒhrung von FlĂ€chen ins Nationale Naturerbe lehnen sie ebenfalls ab. DafĂŒr sah die Ampel 17.500 Hektar aus dem Bestand vor.


