Luftverkehrsbranche will höhere Ticketsteuer verschieben
15.01.2024 - 15:25:52Viele FlĂŒge fĂŒr den Sommer seien bereits verkauft, erklĂ€rte der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) am Montag. Die von der Bundesregierung geplanten höheren SteuersĂ€tze pro Ticket ab dem 1. Mai kĂ€men daher zu frĂŒh und sollten auf einen spĂ€teren Zeitpunkt im Jahr verschoben werden. Bei einer nachtrĂ€glichen Steuererhöhung auf bereits verkaufte Tickets mĂŒssten voraussichtlich die Unternehmen die zusĂ€tzlichen Kosten tragen.
Der Branchenverband beklagte erneut negative Folgen auf die ohnehin hohen Standortkosten in Deutschland. Sie fĂŒhrten zu einem geringeren Verbindungsangebot beispielsweise in den wichtigen Wirtschaftsregionen rund um Stuttgart, Nordrhein-Westfalen und Berlin-Brandenburg. Auch wĂŒrden die internationalen Drehkreuze Frankfurt und MĂŒnchen geschwĂ€cht.
Die 2011 eingefĂŒhrte Luftverkehrssteuer brachte dem Staat im Jahr 2022 knapp 1,2 Milliarden Euro Einnahmen. Je nach Endziel der Flugreise werden im Moment zwischen 12,48 Euro und 56,91 Euro pro Ticket fĂ€llig, was die Anbieter in der Regel an die Passagiere weitergeben. Die Bundesregierung will aus der Steuer nun zusĂ€tzliche Einnahmen in einer Höhe erzielen, die den Verzicht auf die zunĂ€chst geplante nationale Kerosinsteuer ausgleicht. Vom 1. Mai an sollen die SĂ€tze nach den bisherigen VorschlĂ€gen zwischen 15,53 und 70,83 Euro liegen.
Die ökologische Modernisierung der Flotten und die Dekarbonisierung der Kraftstoffe sei schwerer zu erreichen, wenn den Unternehmen die Ertrags- und Investitionskraft genommen werde, kritisierte der BDL. Zudem wolle die Bundesregierung im neuaufgestellten Haushalt 2024 und in folgenden die Fördermittel fĂŒr nachhaltige Kraftstoffe drastisch verringern. Im Vergleich zum ursprĂŒnglichen Entwurf fehlten dort mehr als zwei Milliarden Euro VerpflichtungsermĂ€chtigungen bis 2028.

