SeuchenfÀlle, London

Keine weiteren SeuchenfÀlle - London verhÀngt Importverbot

14.01.2025 - 16:31:27

Die Maul- und Klauenseuche ist hochansteckend. Eine Ausbreitung kann verheerende Folgen fĂŒr Tiere und Landwirte haben. Ein weiteres Land verhĂ€ngt ImportbeschrĂ€nkungen.

  • Nach dem Ausbruch der Maul- und Klauenseuche in Brandenburg hat die Landesregierung das bestehende Verbot von Tiertransporten um 48 Stunden verlĂ€ngert (Archivbild). - Foto: Annette Riedl/dpa

    Annette Riedl/dpa

  • Neben hohem Fieber, Appetitlosigkeit und Apathie können infizierte Tiere Blasen am Maul und auf der Zunge sowie an den Klauen und den Zitzen entwickeln (Archivbild). - Foto: Jens Kalaene/dpa

    Jens Kalaene/dpa

Nach dem Ausbruch der Maul- und Klauenseuche in Brandenburg hat die Landesregierung das bestehende Verbot von Tiertransporten um 48 Stunden verlÀngert (Archivbild). - Foto: Annette Riedl/dpaNeben hohem Fieber, Appetitlosigkeit und Apathie können infizierte Tiere Blasen am Maul und auf der Zunge sowie an den Klauen und den Zitzen entwickeln (Archivbild). - Foto: Jens Kalaene/dpa

Nach dem Ausbruch der Maul- und Klauenseuche (MKS) bei WasserbĂŒffeln im brandenburgischen Hönow gibt es im unmittelbaren Umkreis von einem Kilometer keine weiteren FĂ€lle. SĂ€mtliche Proben seien negativ, wie das Brandenburger Landwirtschaftsministerium mitteilte. Die Proben werden im Landeslabor Berlin-Brandenburg und zum Teil auch zusĂ€tzlich im Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) in Greifswald untersucht.

Tests gehen weiter

Die 12 Proben der WasserbĂŒffel aus der betroffenen Haltung seien alle positiv gewesen, sagte FLI-Sprecherin Elke Reinking. Am FLI seien außerdem Proben eines Kontaktbetriebs im Landkreis Oder-Spree, der Heu vom betroffenen BĂŒffel-Betrieb in Hönow bezogen hatte, und Schweine, Ziegen und Rinder hĂ€lt, sowie Proben von Schweinen im Bereich der Schutzzone entnommen worden, die zum Teil auch den Landkreis Barnim betreffe. Alle seien negativ. 

Nach Angaben des FLI wird weiter getestet. Das Landeslabor Berlin-Brandenburg untersuche derzeit weitere Proben von Tieren aus der zehn Kilometer großen Überwachungszone. 

Gewissheit hoffentlich in den kommenden Tagen

Die Aufhebung der Schutzzone (Umkreis von 3 Kilometer) könne frĂŒhestens 15 Tage nach Abschluss der vorlĂ€ufigen Reinigung und Desinfektion in den Ausbruchsbetrieben erfolgen, aber nur wenn alle in der Schutzzone gehaltenen empfĂ€nglichen Tiere mit negativem Befund klinisch untersucht worden sein. Die Schutzzone wird dann fĂŒr mindestens 15 weitere Tage zur Überwachungszone.

Die Überwachungszone (Umkreis von 10 Kilometern) könne frĂŒhstens 30 Tage nach Abschluss der vorlĂ€ufigen Reinigung und Desinfektion erfolgen, erklĂ€rte Reinking. Aber nur wenn eine reprĂ€sentative Anzahl von Betrieben in der Überwachungszone, in denen empfĂ€ngliche Tiere gehalten werden, von amtlichen TierĂ€rzten besucht wurden, so die FLI-Sprecherin.

London verhÀngt Importverbot

Großbritannien hat wegen des Ausbruchs der Maul- und Klauenseuche ein Importverbot fĂŒr gefĂ€hrdete Huftiere aus Deutschland verhĂ€ngt. Es wĂŒrden alle Maßnahmen ergriffen, «um das Risiko des Auftretens und der Verbreitung dieser verheerenden Krankheit zu begrenzen», sagte VeterinĂ€ramtschefin Christine Middlemiss. Der Importstopp gilt fĂŒr WiederkĂ€uer und Schweine, einschließlich Wild und auch fĂŒr frisches Fleisch von Huftieren.

Vor Großbritannien hatten bereits SĂŒdkorea und Mexiko Einfuhrstopps verhĂ€ngt. Der Verband der Fleischindustrie teilte auf Anfrage mit, dass in den ersten zehn Monaten des vergangenen Jahres knapp zwei Millionen Tonnen Schweine- und Rindfleisch in die EU und in DrittlĂ€nder exportiert wurde. Der Umsatz allein in den DrittlĂ€ndern belĂ€uft sich demnach im Jahr auf rund eine Milliarde Euro.

FĂŒr Menschen nicht gefĂ€hrlich

Die Maul- und Klauenseuche (MKS) ist eine hochansteckende Viruserkrankung bei Klauentieren wie Rindern, Schafen, Ziegen oder Schweinen. Betroffene Tiere zeigen hĂ€ufig hohes Fieber und BlĂ€schenbildung im Maul- und Klauenbereich. FĂŒr Menschen ist sie nicht gefĂ€hrlich. 

Ein Ausbruch kann aber verheerende Folgen fĂŒr Tiere und Viehhalter haben. Nach einem Ausbruch in England im Jahr 2001 wurden vier Millionen Tiere getötet, hauptsĂ€chlich Schafe. Der finanzielle Schaden betrug rund 12 Milliarden US-Dollar, wie das Bayerische Landesamt fĂŒr Gesundheit und Lebensmittelsicherheit informierte. Die letzten Infektionen in Deutschland traten 1988 in Niedersachsen auf.

@ dpa.de