Champagner-Laune lÀsst nach
22.03.2025 - 03:35:37Steigende Preise, wirtschaftliche Unsicherheit und sinkende Kaufkraft: Die Menschen in Deutschland trinken weniger Champagner. «Bewusste BeschrĂ€nkungen der Ernte im ersten Pandemiejahr und Frost im FrĂŒhjahr 2021 haben in Verbindung mit einer auĂergewöhnlich hohen Nachfrage in den Folgejahren zu deutlichen Preissteigerungen beim Champagner gefĂŒhrt», sagt der Vorsitzende der GeschĂ€ftsfĂŒhrung und CEO von Henkell Freixenet, Andreas Brokemper.Â
«Die hohen Preise treffen jetzt auf eine sinkende Kaufkraft, womit dieÂ
MengenrĂŒckgĂ€nge begrĂŒndet werden können», sagt Brokemper.Â
Hohe Preise und unsichere ZeitenÂ
Champagner sei ein Symbol fĂŒr gute Stimmung, fĂŒr festliche AnlĂ€sse und kleine AusbrĂŒche aus dem Alltag, sagt der Direktor des Bureau du Champagne fĂŒr Deutschland, Christian Josephi. Positive AnlĂ€sse seien in den aktuell unsicheren Zeiten, in denen auch ArbeitsplĂ€tze abgebaut und Krisenstimmung verbreitet werde, sowohl im Privaten als auch in der Wirtschaft eher rar. Und: «Das Geld wird zusammengehalten.»Â
Der Champagner-Absatz in Deutschland ist 2024 im Vergleich zum Vorjahr krĂ€ftig um 18,5 Prozent gesunken. Die Zahl der nach Deutschland gelieferten Flaschen sank von 11,6 Millionen auf 9,51 Millionen, wie der Hersteller-Verband ComitĂ© Champagne in Stuttgart und im französischen Ăpernay mitteilte.Â
Der Umsatz der französischen Champagner-Erzeuger auf dem deutschen Markt sank demnach von 268 auf 228,8 Millionen Euro. Das war dennoch das drittstĂ€rkste Jahr, sagt Josephi. Der Verband vertritt nach eigenen Angaben die Interessen aller 16.200 Champagne-Winzer und 370 Champagne-HĂ€user.Â
Viele entscheiden sich fĂŒr CrĂ©mant
Champagner darf nur in bestimmten Gebieten in Frankreich angebaut werden. Die rund 34.000 Hektar AnbauflĂ€che befinden sich in der Champagne nordöstlich von Paris. Die Verarbeitung der Trauben ist streng reglementiert. Beispielsweise dĂŒrfen sie nur per Hand geerntet werden.
Die Champagner-Produzenten spĂŒrten aber auch den gesellschaftlichen Trend zur Alkohol-Abstinenz deutlich, berichtet Josephi. Eine andere Entwicklung beschreibt er so: weniger, aber besser. «Der Trend zur Nachfrage höherpreisiger Champagne-QualitĂ€ten setzt sich fort.»
Bei hochwertigem CrĂ©mant, der auch fĂŒr das französische LebensgefĂŒhl stehe, gebe es durchaus ZuwĂ€chse, berichtet Josephi. «Niemand wird von Champagner auf Supermarktsekt umsteigen.»Â
Auch Henkell Freixenet stellt eine hohe Nachfrage nach dem im Vergleich zu Champagner gĂŒnstigeren, aber dennoch qualitativ sehr hochwertigen CrĂ©mant fest, wie Brokemper sagt. Dieser Schaumwein wird auĂerhalb der Champagne nach dem Verfahren der klassischen FlaschengĂ€rung (mĂ©thode champenoise) hergestellt.Â
Ostern könnten die Champagner-Korken wieder knallen
Die Hawesko Holding in Hamburg sieht in den ersten Wochen des neuen Jahres wieder einen deutlichen Anstieg beim Verkauf von Champagner, aber auch von CrĂ©mant, Prosecco und deutschem Winzersekt. «FĂŒr das eher spĂ€te OstergeschĂ€ft in diesem Jahr erwarten wir eine positive Entwicklung», sagt eine Sprecherin des Handelshauses fĂŒr Weine und Champagner.





