Wie lief das WeihnachtsgeschÀft in Deutschland?
24.12.2024 - 04:30:39Köstliche PlĂ€tzchen, Adventskalender, Christbaumschmuck und natĂŒrlich Geschenke: FĂŒr viele Menschen in Deutschland ist die Weihnachtszeit die schönste des Jahres. FĂŒr die EinzelhĂ€ndler ist es die wichtigste. Im November und Dezember verzeichnen einige Branchen traditionell ihre höchsten UmsĂ€tze. Ein Ăberblick:Â
Wie lief das WeihnachtsgeschÀft in diesem Jahr?
Nicht besonders gut. Der PrĂ€sident des Handelsverbandes Deutschland (HDE), Alexander von Preen, sagt: «Inflationsbereinigt werden die UmsĂ€tze bestenfalls auf dem Niveau des vergangenen Jahres sein. Ich rechne eher mit einem kleinen Minus.» Viele Einzelhandelsunternehmen hĂ€tten am diesjĂ€hrigen WeihnachtsgeschĂ€ft wenig Freude gehabt.Â
UrsprĂŒnglich war fĂŒr November und Dezember ein Erlös in Höhe von etwa 121 Milliarden Euro prognostiziert worden - also ungefĂ€hr so viel wie 2023. EndgĂŒltige Zahlen liegen bisher nicht vor.Â
Die Wochen vor dem Fest litten «unter der GroĂwetterlage», wie von Preen sagt. Wegen der Kriege in der Welt und der politischen UnwĂ€gbarkeiten in Deutschland sei die Stimmung schlecht gewesen. «Das schlĂ€gt den Konsumenten aufs GemĂŒt.» Die Folge: Weil vielen nicht nach Shoppen zumute war, hielten sie ihr Geld zusammen.Â
Was hat die HÀndler gestört?
Der Handelsverband ist verĂ€rgert ĂŒber die Bundespolitik und die Unruhe in Berlin. «Die Menschen mussten lernen, dass die Politik nicht in der Lage war, Probleme fĂŒr sie zu lösen», sagt der HDE-PrĂ€sident. Durch das Ampel-Aus und die bevorstehende Neuwahl seien die Rahmenbedingungen fĂŒr das WeihnachtsgeschĂ€ft noch schwieriger gewesen als 2023.Â
Das Einkaufsverhalten war von Preen zufolge dadurch erheblich beeintrĂ€chtigt. «Die Menschen wissen nicht, was 2025 auf sie zukommt und sind verunsichert.» Dies habe viele daran gehindert, beschwingt in die Stadt zu gehen, den Weihnachtsmarkt zu genieĂen und Geschenke zu kaufen.Â
TatsĂ€chlich war das ganze Jahr schwierig fĂŒr die EinzelhĂ€ndler in Deutschland, viele Unternehmen haderten mit der mĂ€Ăig ausgeprĂ€gten Kauflaune. Im November hatte der HDE deshalb seine Jahresprognose deutlich nach unten korrigiert.Â
Wie spendierfreudig waren die Kunden?
Laut einer reprĂ€sentativen Yougov-Umfrage hat jeder Zweite in Deutschland genau so viel Geld fĂŒr Weihnachtsgeschenke bezahlt wie 2023. Jeder FĂŒnfte gab weniger aus, 13 Prozent mehr. Alle anderen kauften entweder keine Geschenke oder machten keine Angabe.Â
In welchen Branchen lief es besser?
Wer sich umhört, der erfĂ€hrt: Es gibt groĂe Unterschiede, teilweise sogar innerhalb der einzelnen Branchen. Auf ein gutes WeihnachtsgeschĂ€ft blickt der ParfĂŒmerie- und Kosmetikhandel zurĂŒck. Gerade in herausfordernden Zeiten wollten sich die Menschen etwas gönnen, erklĂ€rte der Branchenverband auf Anfrage. Vor allem DĂŒfte seien beliebte Geschenke gewesen.Â
Juweliere, Schmuck- und UhrenfachgeschĂ€fte ziehen ebenfalls eine positive Bilanz. Bei Schmuck liegen die UmsĂ€tze etwa auf dem Niveau der Vorjahre, bei Uhren leicht darunter, sagt VerbandsgeschĂ€ftsfĂŒhrer Joachim DĂŒnkelmann. Zufrieden ist er dennoch, denn 2022 und 2023 seien auĂerordentlich erfolgreich gewesen.Â
VerhĂ€ltnismĂ€Ăig gut lief es in den Wochen vor dem Heiligabend auch fĂŒr Buch-, Haushaltswaren- und SpielzeuggeschĂ€fte. Wahrscheinlich werde bei Kindern wie immer als letztes gespart, sagt Steffen Kahnt vom Handelsverband Spielwaren.Â
Wie war es in den ĂŒbrigen Branchen?
Durchwachsen fĂ€llt das Fazit der Textil- und ModegeschĂ€fte aus. «LĂ€ngst nicht alle sind mit dem Verlauf des WeihnachtsgeschĂ€fts zufrieden», sagt der GeschĂ€ftsfĂŒhrer des Branchenverbandes, Axel Augustin. Die UmsĂ€tze seien zwar auf Vorjahresniveau, die HĂ€ndler litten jedoch unter massiv gestiegenen Kosten, etwa fĂŒr Personal, Energie und Mieten. Immerhin: Die niedrigen Temperaturen Anfang Dezember kurbelten den Verkauf von Winterware an.Â
Wechselhaft lief es bei Sport und Elektronik. «NatĂŒrlich merken auch die SportfachhĂ€ndler eine gewisse KaufzurĂŒckhaltung, jedoch scheint Sport ziemlich krisensicher zu sein», sagt der PrĂ€sident des Verbandes deutscher Sportfachhandel, Stefan Herzog.Â
Dass die Kunden zurĂŒckhaltend einkaufen, zeigte sich besonders stark bei langlebigen und etwas teureren GĂŒtern wie Ski-AusrĂŒstung. «Da merkt man, dass die Kunden die Nutzungszeiten verlĂ€ngern und KĂ€ufe nach hinten verschieben», sagt von Preen, der Deutschland-Chef des SporthĂ€ndlerverbunds Intersport ist. Ăhnlich sei es bei Elektronikprodukten wie Smartphones, Computern oder KĂŒchengerĂ€ten.Â
Eine HDE-Umfrage unter mehr als 300 HĂ€ndlern vor dem vierten Adventssonntag fĂ€llt deutlich aus: Lediglich jedes fĂŒnfte Unternehmen ist demnach zufrieden mit dem WeihnachtsgeschĂ€ft, die meisten sind enttĂ€uscht.Â
Was stimmt die EinzelhÀndler versöhnlich?
Das JahresabschlussgeschĂ€ft ist mit dem Heiligabend nicht beendet. Viele Kunden nutzen die freien Tage nach den Feiertagen zum Einkaufen. Sie geben Geld aus, dass sie zu Weihnachten geschenkt bekommen haben, und lösen Gutscheine ein. FĂŒr die HĂ€ndler hat das einen positiven Nebeneffekt: HĂ€ufig belassen die Verbraucher es nicht dabei, sondern legen noch etwas obendrauf.









