Bahnindustrie, Licht

Bahnindustrie mit Licht und Schatten

15.11.2024 - 04:00:41

Die Milliardeninvestitionen in die Schiene kommen allmĂ€hlich auch in der Bahnindustrie an. Trotzdem ging das GeschĂ€ft der Branche im ersten Halbjahr deutlich zurĂŒck.

Trotz des zunehmenden Baugeschehens auf der Schiene hat die Bahnindustrie im ersten Halbjahr deutlich weniger Umsatz gemacht. RĂŒcklĂ€ufig war vor allem das GeschĂ€ft mit ZĂŒgen, teilte der Verband der Bahnindustrie in Deutschland mit. Insgesamt lagen die Erlöse der Branche im ersten Halbjahr bei rund 6,5 Milliarden Euro, hieß es. Das waren 17 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Auch die Auftragslage hat sich schlechter entwickelt. Die OrdereingĂ€nge gingen demnach um fast ein Drittel auf rund 8,3 Milliarden Euro zurĂŒck. 

Im Infrastrukturbereich lief es hingegen gut. Hier machten sich die wachsenden Investitionen des Bundes in das sanierungsbedĂŒrftige Schienennetz allmĂ€hlich bemerkbar. «Dieses Momentum darf jetzt auf keinen Fall ausgebremst werden», teilte VerbandsprĂ€sident Andre Rodenbeck mit. «Der Regierungsbruch darf jetzt nicht zu Stillstand auf der Schiene fĂŒhren, das können wir uns nicht leisten.» Der Umsatz in dem GeschĂ€ftsfeld stieg im ersten Halbjahr um rund fĂŒnf Prozent auf etwa zwei Milliarden Euro. Die AuftrĂ€ge legten sogar um 40 Prozent zu. 

Ausbleibende Zugbestellungen aus dem Ausland

Bei den Schienenfahrzeugen fehlten in diesem Jahr vor allem Großbestellungen aus dem Ausland, die im Vorjahr noch fĂŒr hohe UmsĂ€tze gesorgt hatten. Nun gingen die Erlöse um knapp ein Viertel auf rund 4,5 Milliarden Euro zurĂŒck. Bemerkbar mache sich allerdings auch die Unterfinanzierung des Schienenpersonennahverkehrs, betonte Rodenbeck. «Die Regionalisierungsmittel, aus denen der SPNV finanziert wird, mĂŒssen im Sinne der Verkehrswende dringend angehoben werden.» 

LĂ€nder und Kommunen mĂŒssten in die Lage versetzt werden, ihre Verkehrsangebote mindestens aufrechtzuerhalten und sich auch auf wachsende Fahrgastzahlen einzustellen, forderte er.

@ dpa.de