MinisterprÀsidenten stellen Ergebnisse ihrer Beratungen vor
25.10.2024 - 07:20:03Im Mittelpunkt der Jahreskonferenz stehen zusĂ€tzliche MaĂnahmen in der Migrationspolitik und die Reform des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Bei beiden Themen hatten sich die Regierungschefs zu Beginn ihres Treffens uneins gezeigt. Am Mittag wollen Sachsens MinisterprĂ€sident Michael Kretschmer (CDU) und sein niedersĂ€chsischer Kollege Stephan Weil (SPD) vorstellen, welche Einigungen bei der MinisterprĂ€sidentenkonferenz erzielt wurden.
Die unionsgefĂŒhrten BundeslĂ€nder dringen auf eine verschĂ€rfte Gangart in der Migrationspolitik. Bayerns MinisterprĂ€sident Markus Söder (CSU) betonte in Leipzig, dass eine "eine echte Migrationswende" nötig sei. "Das heiĂt, es braucht die ZurĂŒckweisung. Wenn die ZurĂŒckweisung nicht stattfindet, dann werden wir der Situation nicht gerecht." Auch das Asylrecht mĂŒsse angepasst werden - gegebenenfalls auch auf europĂ€ischer Ebene. Zudem mĂŒssten weitere Abschiebungen organisiert werden.
"Wir kommen nicht weiter, wenn wir nur Trippelschritte gehen. Wir brauchen bei der Migrationsfrage einen entscheidenden Durchbruch noch in diesem Jahr", sagte NRW-MinisterprĂ€sident Hendrik WĂŒst (CDU) der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung".
Dagegen warf Niedersachsens Regierungschef Weil der Union vor, sich beim Thema Migration schon viel zu frĂŒh im Wahlkampfmodus zu befinden. Man mĂŒsse die Diskussionen entlang des geltenden Rechts fĂŒhren, betonte der SPD-Politiker. Vor dem Hintergrund sei die EinfĂŒhrung einer Obergrenze fĂŒr FlĂŒchtlinge, wie sie etwa Sachsens CDU-MinisterprĂ€sident Kretschmer immer wieder vorschlĂ€gt, einzuordnen: "Das ist unter den Bedingungen des geltenden Rechts schlichtweg nicht möglich."
Einigung zum Rundfunkbeitrag fraglich
Bei der Diskussion ĂŒber die Zukunft des öffentlich-rechtlichen Rundfunks betonten die LĂ€nderchefs, dass Reformen umgesetzt werden mĂŒssten. "Ich sehe ein groĂes Einvernehmen, dass wir den öffentlich-rechtlichen Rundfunk reformieren", sagte Weil. Dadurch wĂŒrde zwar das Angebot verkleinert, aber wahrscheinlich dadurch auch "zielgenauer".
Offen war dagegen, ob sich die MinisterprĂ€sidenten auf eine Erhöhung des Rundfunkbeitrags einigen können. Auf dem Tisch liegt eine Anhebung um 58 Cent auf monatlich 18,94 Euro ab Januar. WĂ€hrend LĂ€nder mit groĂen Rundfunkanstalten sich gegen höhere RundfunkbeitrĂ€ge aussprachen, wiesen LĂ€ndern mit kleinen Sendeanstalten wie dem SaarlĂ€ndischen Rundfunk auf die Notwendigkeit von Finanzierungsmitteln hin.
Protestieren gegen geplante KĂŒrzungen
Begleitet werden die Debatten um den öffentlich-rechtlichen Rundfunk von Protesten. Am Donnerstag demonstrierten Musikerinnen und Musiker am Tagungsort in Leipzig insbesondere gegen die geplante Zusammenlegung der Fernsehsender 3sat und Arte. FĂŒr Freitag hat die Kampagnenorganisation Campact weiteren Protest angekĂŒndigt.

