Daten, Gesellschaft

MonetÀre Sozialleistungen des Staates steigen langsamer

26.05.2023 - 08:45:08

Die monetÀren Sozialleistungen des Staates sind 2022 leicht gestiegen.

Der Zuwachs fiel mit 1,4 Prozent deutlich geringer als in den Jahren zuvor (2019: +5,2 Prozent, 2020: +9,3 Prozent und 2021: +1,8 Prozent) aus, teilte das Statistische Bundesamt (Destatis) am Freitag mit. Auch im Vergleich zum langjÀhrigen Mittel seit 1991 (+3,1 Prozent) entwickelten sie sich unterdurchschnittlich.

Hierbei handelt es sich um die monetĂ€ren Sozialleistungen des Staates in jeweiligen Preisen in der Abgrenzung der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen. Der Verbraucherpreisindex verzeichnete im Jahr 2022 einen erheblich stĂ€rkeren Zuwachs (+6,9 Prozent), sodass sich preisbereinigt ein RĂŒckgang der monetĂ€ren Sozialleistungen ergibt. Auch die Ausgaben des Staates insgesamt wuchsen mit 4,3 Prozent im Jahr 2022 stĂ€rker als die monetĂ€ren Sozialleistungen, sodass der Anteil der monetĂ€ren Sozialleistungen an den Ausgaben des Staates insgesamt in 2022 auf rund 16,0 Prozent fiel. Im Vorjahr lag er noch um einen Prozentpunkt höher. Bei den monetĂ€ren Sozialleistungen in der Abgrenzung der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen handelt es sich um Geldleistungen des Staates, die dazu dienen, soziale Risiken abzusichern. Im vergangenen Jahr entwickelten sich die einzelnen monetĂ€ren Sozialleistungen unterschiedlich: So sorgte die deutliche Erholung am Arbeitsmarkt fĂŒr einen RĂŒckgang der Ausgaben fĂŒr Arbeitslosengeld I (-14,8 Prozent oder -3,1 Milliarden Euro) und Kurzarbeitergeld (-79,5 Prozent oder -9,7 Milliarden Euro). Dies dĂ€mpfte den Anstieg der monetĂ€ren Sozialleistungen insgesamt. DarĂŒber hinaus waren die Ausgaben fĂŒr Kindergeld rĂŒcklĂ€ufig (-5,1 Prozent oder -1,3 Milliarden Euro) und auch fĂŒr Sozial- und Jugendhilfe wurde etwas weniger ausgegeben (-0,8 Prozent oder -0,3 Milliarden Euro). Dagegen stiegen die öffentlichen Pensionen (+4,4 Prozent oder +3,4 Milliarden Euro) sowie die Geldleistungen der Deutschen Rentenversicherung (+3,9 Prozent oder +13,2 Milliarden Euro) spĂŒrbar an, Letztere unter anderem wegen der Rentenanpassung zum 1. Juli 2022. Die Ausgaben fĂŒr Arbeitslosengeld II (ALG II) erhöhten sich (+2,4 Prozent oder +0,5 Milliarden Euro) in Folge des Zuzugs von Schutzsuchenden aus der Ukraine, die im 2. Halbjahr 2022 Anspruch auf ALG II hatten. Erheblich mehr als im Vorjahr wurde fĂŒr Wohngeld ausgegeben (+28,3 Prozent oder +0,4 Milliarden Euro), auch aufgrund der HeizkostenzuschĂŒsse, die im Rahmen der sogenannten "Entlastungspakete" der Bundesregierung gezahlt wurden. Beim Krankengeld war ein Plus von 7,3 Prozent oder 1,3 Milliarden Euro zu verzeichnen, beim Pflegegeld eine Zunahme um 7,3 Prozent oder 1,5 Milliarden Euro. Die Entwicklung der Sozialleistungen hĂ€ngt nicht allein von deren gesetzlicher Ausweitung oder KĂŒrzung ab, sondern von vielen verschiedenen Faktoren: etwa von der Situation am Arbeitsmarkt, der Erwerbsbeteiligung oder der demografischen Entwicklung der Bevölkerung.

dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

@ dts-nachrichtenagentur.de