Eurocontrol: Luftverkehr wÀchst EU-weit stÀrker als in Deutschland
28.11.2024 - 15:39:14 | dts-nachrichtenagentur.de
Die neueste Prognose der europÀischen Flugsicherungsorganisation Eurocontrol erwartet auch in den kommenden Jahren ein deutlich geringeres Wachstum des Luftverkehrs in Deutschland als im restlichen Europa.
FĂŒr den Zeitraum 2025 bis 2029 wird die Zahl der FlĂŒge in Europa demnach im Durchschnitt um jĂ€hrlich 2,3 Prozent steigen - in Deutschland dagegen nur um 1,7 Prozent, wie Eurocontrol am Donnerstag mitteilte.
Damit bestÀtige sich erneut die Warnung des Bundesverbandes der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL), dass die Schere bei der Entwicklung des Luftverkehrs nach der Corona-Pandemie zwischen Deutschland und den anderen europÀischen LÀndern immer weiter auseinanderklafft.
WĂ€hrend der Luftverkehr in der EU gemessen an den Flugbewegungen laut Eurocontrol schon im Jahr 2025 wieder das Vor-Corona-Niveau erreichen wird, ist dies in Deutschland aufgrund der unterdurchschnittlichen Entwicklung nicht einmal bis zum Ende des Jahrzehnts zu erwarten.
BDL-HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer Joachim Lang zeigte sich besorgt: "Mit der Eurocontrol-Prognose gibt es einen weiteren Beleg dafĂŒr, dass der Luftverkehrsstandort Deutschland zunehmend abgehĂ€ngt wird. Die Airlines machen aufgrund der ĂŒberhohen staatlichen Standortkosten einen Bogen um Deutschland", so Lang.
"Damit das Flugangebot sich wieder so entwickelt wie im restlichen Europa brauchen wir ein echtes Entlastungspaket fĂŒr einen wettbewerbsfĂ€higen Luftverkehrsstandort. Unsere schwĂ€chelnde Wirtschaft ist auf eine gute Anbindung an ihre internationalen MĂ€rkte angewiesen", sagte der BDL-Chef.
Damit Deutschland wie bisher an den Rest der Welt angebunden werde, "muss vor allem die Luftverkehrsteuer so schnell wie möglich gestrichen werden".
Beim Start eines typischen Mittelstreckenflugs an einem deutschen Flughafen fallen laut Eurocontrol staatliche Abgaben (Luftverkehrsteuer, LuftsicherheitsgebĂŒhr, Flugsicherungsabgaben fĂŒr An- und Abflug) in Höhe von 4.500 Euro an, in Spanien beispielsweise nur 660 Euro.
Daher seien neben der Abschaffung der Luftverkehrsteuer weitere Entlastungen nötig, zum Beispiel bei der LuftsicherheitsgebĂŒhr. Hier ist jedoch eine weitere Kostensteigerung bereits beschlossen: 2025 steigt der maximale GebĂŒhrenrahmen pro Passagier von bislang maximal 10 auf bis zu 15 Euro. Dies kritisierte Lang: "Solche Kostensteigerungen sind genau das Gegenteil von dem, was der Luftverkehrsstandort Deutschland jetzt braucht. Sie passen nicht in die Zeit."
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