Niederlande, AsylantrÀge

Niederlande entscheiden wieder ĂŒber AsylantrĂ€ge von Syrern

11.06.2025 - 17:40:39

Die Niederlande entscheiden wieder ĂŒber die AntrĂ€ge von Asylbewerbern aus Syrien, nachdem die Regierung die RisikoeinschĂ€tzung fĂŒr das Land herabgestuft hat.

Über knapp 17.000 laufende und neue AsylantrĂ€ge von Menschen aus Syrien könne nun entschieden werden, teilte die Einwanderungs- und EinbĂŒrgerungsbehörde (IND) mit.

Nach der neuen RisikoeinschĂ€tzung liegt die Gefahr fĂŒr willkĂŒrliche Gewalt in Syrien nun auf der niedrigsten Stufe einer entsprechenden EU-Bewertungsrichtlinie. Deshalb werde erwartet, dass kĂŒnftig mehr AsylantrĂ€ge abgelehnt werden als bisher, erklĂ€rte die Behörde.

Ein erhöhtes Risiko wird allerdings weiterhin fĂŒr bestimmte Gruppen wie Angehörige der LGBTQ-Community und der Minderheit der Alawiten gesehen. Die meisten FlĂŒchtlinge in den Niederlanden kommen im Moment aus Syrien.

Entscheidungen waren seit Sturz von Assad ausgesetzt

Wegen der unĂŒbersichtlichen Lage nach dem Sturz von Syriens Langzeitmachthaber Baschar al-Assad Anfang Dezember hatten die Niederlande Entscheidungen ĂŒber AsylantrĂ€ge von Menschen aus Syrien vorerst ausgesetzt. So entschieden auch andere LĂ€nder und Deutschland. In Deutschland hat das Bundesamt fĂŒr Migration und FlĂŒchtlinge (Bamf) seit Anfang Mai die Anhörung syrischer Asylbewerber wieder aufgenommen. Entschieden wird ĂŒber AsylantrĂ€ge von Menschen aus Syrien aber weiterhin nicht.

Erst nach einer weiteren RisikoeinschĂ€tzung Anfang 2026 wollen die Niederlande ĂŒber das Schicksal von rund 71.000 Syrern entscheiden, die sich mit einer befristeten Aufenthaltserlaubnis im Land befinden. Noch sei die Lage in Syrien zu instabil, um ĂŒber den weiteren Aufenthalt dieser Gruppe FlĂŒchtlinge in den Niederlanden zu entscheiden, sagte Migrationsminister David van Weel.

Regierung zerbrach im Streit um Asylpolitik

Im Streit um die Asylpolitik war die rechte Regierung in den Niederlanden vor einer Woche zerbrochen. Der Rechtspopulist Geert Wilders hatte die Vier-Parteien-Koalition im Streit um einen hĂ€rteren Umgang mit Asylbewerbern platzen lassen. Er zog seine Partei PVV aus dem BĂŒndnis zurĂŒck. Sie war die stĂ€rkste Kraft der Koalition.

@ dpa.de