DDR-Sonderrenten: Ost-LĂ€nder fĂŒr komplette Zahlung vom Bund
11.07.2025 - 16:46:22Sie werteten es im Bundesrat zwar positiv, dass der Bund einen gröĂeren Kostenanteil ĂŒbernimmt. Sachsen, Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und ThĂŒringen sehen diesen Schritt als Beitrag hin zu einer vollstĂ€ndigen Ăbernahme der Lasten, heiĂt es in einer ProtokollerklĂ€rung.
Brandenburgs MinisterprÀsident Dietmar Woidke (SPD) machte den Standpunkt der Ost-LÀnder deutlich: "Der Bund muss hierzu einen konkreten Stufenplan vorlegen." Die Entlastung sei richtig. "Brandenburg spart das rund 63 Millionen Euro", sagte Woidke. "Wir ostdeutschen LÀnder sind uns aber einig, dass das nicht das Ende sein kann."
Im Juni hatte Woidke an den Bund appelliert, die Zahlung der Renten komplett zu ĂŒbernehmen, weil die Belastung der ostdeutschen LĂ€nder aus den Sonder- und Zusatzversorgungssystemen der DDR viel zu hoch sei. Sachsen-Anhalts MinisterprĂ€sident Reiner Haseloff (CDU) hatte im vergangenen Jahr eine weitere Entlastung verlangt.
Bisher teilen sich Bund und LĂ€nder die Kosten
Als die DDR noch existierte, gab es 27 Zusatzversorgungssysteme fĂŒr einzelne Berufsgruppen. Anspruch auf die Sonder- und Zusatzrenten haben Ex-Mitarbeiter von Armee oder Polizei sowie unter anderem damalige PĂ€dagogen, Ingenieure, Wissenschaftler oder Ărzte.
Die Kosten bei der Zusatzversorgung ĂŒbernahmen nach der Wiedervereinigung zunĂ€chst zu 60 Prozent die ostdeutschen LĂ€nder und zu 40 Prozent der Bund. Anfang 2021 erhöhte der Bund seinen Anteil auf 50 Prozent. Union und SPD vereinbarten im Koalitionsvertrag, dass der Bund die Ost-LĂ€nder entlastet - nun soll der Anteil auf 60 Prozent steigen. Die Mitfinanzierung gesetzlicher Renten kostete die ostdeutschen LĂ€nder zwischen 1991 und 2024 nach eigenen Angaben 72 Milliarden Euro.

