Regierungschefs, FachkrÀfte

Regierungschefs wollen mehr auslÀndische FachkrÀfte im Osten

06.11.2024 - 03:51:40

Die ostdeutschen LĂ€nder wollen attraktiver werden fĂŒr auslĂ€ndische FachkrĂ€fte.

"Die FachkrĂ€ftesicherung ist eine existenzielle Voraussetzung fĂŒr eine erfolgreiche Entwicklung der Wirtschaft in Ostdeutschland", sagte Sachsen-Anhalts MinisterprĂ€sident Reiner Haseloff (CDU) der Deutschen Presse-Agentur. Nötig sei Zuwanderung ĂŒber den Arbeitsmarkt, aber nicht in die Sozialsysteme.

Die ostdeutschen BundeslĂ€nder leiden besonders stark unter dem Geburtenknick. FĂŒr zwei Menschen, die in Rente gehen, rĂŒckt im Moment nur etwa einer nach. "Das ist ein Problem im gesamten europĂ€ischen Raum, in Deutschland, aber besonders stark in Ostdeutschland", sagte Haseloff. Deshalb wollen die Regierungschefs der ostdeutschen LĂ€nder am Freitag in Berlin zur MinisterprĂ€sidentenkonferenz-Ost mit Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) ĂŒber mögliche LösungsansĂ€tze beraten. Dabei könnte es auch darum gehen, wie Menschen aus der Ukraine, die bereits in Deutschland leben, besser in Arbeit gebracht werden können.

Auf der Tagesordnung stehen zudem der Ausbau der Eisenbahninfrastruktur und die flĂ€chendeckende medizinische Versorgung. Auch im Gesundheitssektor droht eine VerschĂ€rfung des FachkrĂ€ftemangels, da viele Ärzte bis 2030 in den Ruhestand gehen. Haseloff hat sich dafĂŒr ausgesprochen, dass die LĂ€nder bei der Vergabe von MedizinstudienplĂ€tzen mehr Freiheiten erhalten.

Vorsitz geht turnusmĂ€ĂŸig an ThĂŒringen

Bei zulassungsbeschrÀnkten StudiengÀngen wie Medizin ist die Studienplatzvergabe bundeseinheitlich geregelt. In Sachsen-Anhalt wird etwa bemÀngelt, dass viele junge Menschen aus anderen Teilen Deutschlands zum Studium in das Bundesland kommen und es nach dem Abschluss wieder verlassen.

Haseloff hat eine Änderung des von allen LĂ€ndern geschlossenen Staatsvertrags ins Spiel gebracht. Mögliche Optionen sind, dass mehr StudienplĂ€tze an Landeskinder vergeben oder Anreize geschaffen werden, um mehr Absolventinnen und Absolventen nach dem Studium in den jeweiligen LĂ€ndern zu halten. Außerdem beraten die Regierungschefs ĂŒber die Möglichkeiten der Telemedizin, um insbesondere die Versorgung der Menschen im lĂ€ndlichen Raum sicherzustellen.

Die Sitzung am Freitag ist die letzte unter dem Vorsitz Sachsen-Anhalts. Dieser geht mit dem 1. Dezember 2024 turnusmĂ€ĂŸig an ThĂŒringen ĂŒber. Welcher Regierungschef diese Rolle ausfĂŒllen wird, ist aufgrund der laufenden Koalitionsverhandlungen noch unklar.

@ dpa.de