Sanofi investiert 1,3 Milliarden Euro in Frankfurt
01.08.2024 - 10:25:25Die milliardenschweren InvestitionsplĂ€ne des französischen Pharmakonzerns Sanofi in Frankfurt sind offiziell. Das Unternehmen steckt bis 2029 rund 1,3 Milliarden Euro in den Bau einer modernen Insulinproduktionsanlage an seinem Standort im Frankfurter Stadtteil Höchst. Die Gewerkschaft IG BCE begrĂŒĂt das als wichtige Entscheidung im Kampf gegen Arzneimittel-Knappheit in Deutschland.
In der neuen High-Tech-Insulinanlage sollen voraussichtlich zum Jahr 2029 mehrere Hundert FachkrĂ€fte arbeiten, teilte Sanofi mit. Die neue Produktion mit einer FlĂ€che von etwa 36.000 Quadratmetern - rund fĂŒnf FuĂballfelder - ersetzt eine bisherige Produktion. Sie entspreche höchsten QualitĂ€ts- und Automatisierungsstandards, hieĂ es. Die Investition von Sanofi werde durch die UnterstĂŒtzung der Bundesregierung, der hessischen Landesregierung sowie der Stadt Frankfurt ermöglicht und hĂ€nge noch von der Genehmigung der EuropĂ€ischen Kommission im EU-Beihilfeverfahren ab.Â
Traditionsreiche Insulinproduktion in Frankfurt
Mit diesem Projekt bekrĂ€ftige man das Engagement fĂŒr Diabetes-Patienten weltweit und nutze die langjĂ€hrige Expertise am Frankfurter BioCampus mit seinen hochqualifizierten Mitarbeitenden, sagte Brendan OâCallaghan, Aufsichtsratsvorsitzender von Sanofi Deutschland. Wie viel Steuergeld fĂŒr den Bau der Anlage flieĂen soll, dazu wollte der Konzern keine Angaben machen. Das hĂ€nge vom BrĂŒsseler Beihilfeverfahren ab.Â
Eine Sprecherin des hessischen Wirtschaftsministeriums erklĂ€rte, das Land und der Bund prĂŒften zur Zeit Möglichkeiten einer Förderung.
Die PlĂ€ne von Sanofi waren Anfang Juli bekannt geworden, eine BestĂ€tigung stand aber noch aus. Der Standort Frankfurt-Höchst ist eines der gröĂten Werke von Sanofi mit rund 6.600 BeschĂ€ftigten. Dort wird das traditionsreiche Diabetesmittel Lantus produziert, mit dem Sanofi 2023 global einen Umsatz von 1,4 Milliarden Euro erzielte.
Weltweit sind fĂŒr den Konzern mit Sitz in Paris mehr als 86.000 Menschen tĂ€tig. Zuletzt soll es bei Sanofi noch Ăberlegungen gegeben haben, die Insulinproduktion nach Frankreich zu verlagern. Diese PlĂ€ne sind nun vom Tisch.Â
Hessens MinisterprĂ€sident Boris Rhein (CDU) und Wirtschaftsminister Kaweh Mansoori (SPD) begrĂŒĂten die Entscheidung von Sanofi. Sie sei «ein starkes Signal fĂŒr unseren Pharma-Standort und ein weiterer Meilenstein fĂŒr unsere Arzneimittel-SouverĂ€nitĂ€t und ExportstĂ€rke in Deutschland.»Â
Kampf gegen Arznei-Knappheit
Michael Vassiliadis, Vorsitzender der Pharmagewerkschaft IG BCE, sagte, Sanofi stÀrke mit der Investition den Pharmastandort Deutschland und bringe «die mehr als 100-jÀhrige Tradition der Insulinproduktion in Frankfurt Höchst auf eine neue Stufe». Angesichts der «teilweise noch immer dramatischen LieferengpÀsse und AbhÀngigkeiten von anderen LÀndern bei der Arzneimittelproduktion» sei die Entscheidung nötig, um die Versorgung mit Insulin zu gewÀhrleisten.
Auch angesichts der Debatte um den schwĂ€chelnden Standort Deutschland ist die Investition von Sanofi in Frankfurt ein positives Signal. Zuletzt hatten mehrere auslĂ€ndische Pharmakonzerne hohe Investitionen hierzulande zugesagt: So steckt der US-Pharmakonzern Eli Lilly 2,3 Milliarden Euro in den Bau einer ProduktionsstĂ€tte im rheinland-pfĂ€lzischen Alzey. Milliardenschwere Investitionen in Deutschland haben zudem Daiichi-Sankyo aus Japan und der Schweizer Pharmariese Roche verkĂŒndet.
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