Insolvenzen, Firmenpleite

Bundesweit mehr Firmenpleiten im Juni

13.07.2023 - 11:12:19 | dpa.de

Die Pleitewelle rollt: Im Juni meldeten fast 14 Prozent mehr Firmen Insolvenz als im Vorjahr. Voraussichtliche Forderungen der GlÀubiger: rund 1,3 Milliarden Euro.

FĂŒr immer geschlossen: Laut des Insolvenzverwalterverbandes VID ist der Anstieg im Juni nicht ungewöhnlich. - Foto: Rolf Vennenbernd/dpa

Die Zahl der Firmenpleiten in Deutschland ist gestiegen. Im Juni beantragten 13,9 Prozent mehr Unternehmen Regelinsolvenzverfahren als im Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt nach vorlÀufigen Daten mitteilte. Im Mai hatte es einen Anstieg von 3,1 Prozent gegeben. Seit August 2022 nimmt die Zahl der Unternehmensinsolvenzen kontinuierlich zu.

Die Verfahren fließen erst nach der ersten Entscheidung des Insolvenzgerichts in die Statistik ein. Daher liege der tatsĂ€chliche Zeitpunkt des Insolvenzantrags in vielen FĂ€llen rund drei Monate davor, erlĂ€uterte die Behörde.

Im April bundesweit 1428 Unternehmensinsolvenzen

FĂŒr April 2023 liegen inzwischen endgĂŒltige Zahlen vor: In dem FrĂŒhlingsmonat meldeten die Amtsgerichte bundesweit 1428 Unternehmensinsolvenzen. Das waren 14,4 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Die Gerichte bezifferten die voraussichtlichen Forderungen der GlĂ€ubiger mit rund 1,3 Milliarden Euro. Vor einem Jahr waren es knapp 1,4 Milliarden.

Staatliche Hilfen sowie die teilweise ausgesetzten Insolvenzantragspflichten hatten in den vergangenen Jahren trotz Corona- und Energiekrise fĂŒr Firmenpleiten auf niedrigem Niveau gesorgt.

Nach Ansicht des Insolvenzverwalterverbandes VID ist der Anstieg im Juni nicht ungewöhnlich. «Zum Ende eines Quartals stehen ErklÀrungsfristen und Zahlungen an öffentliche GlÀubiger wie Fiskus oder SozialversicherungstrÀger an», erklÀrte VID-Vorsitzender Christoph Niering. «Können diese Zahlungen nicht geleistet werden, dann hÀufen sich die InsolvenzantrÀge.»

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