Konjunkturforscher, Aussichten

Konjunkturforscher: Aussichten hellen sich auf

15.04.2024 - 12:06:31

Die Produktion im verarbeitenden Gewerbe und in energieintensiven Branchen hat nach EinschĂ€tzung von Experten ihren Tiefpunkt durchschritten. Auch sonst sieht das Institut Zeichen fĂŒr eine Erholung.

Die Aussichten fĂŒr die deutsche Konjunktur hellen sich nach EinschĂ€tzung von Experten langsam auf. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Wirtschaft in den kommenden drei Monaten eine Rezession durchlĂ€uft, sei in den vergangenen Wochen spĂŒrbar gesunken, berichtete das Institut fĂŒr Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung.

FĂŒr das zweite Quartal (April bis Juni) weise der IMK-Konjunkturindikator eine Rezessionswahrscheinlichkeit von 48,7 Prozent aus. Anfang MĂ€rz lag sie fĂŒr die folgenden drei Monate noch bei 58,3 Prozent. Der Indikator berĂŒcksichtigt die neuesten verfĂŒgbaren Daten zu den wichtigsten wirtschaftlichen KenngrĂ¶ĂŸen.

Der RĂŒckgang des Rezessionsrisikos sei so stark, dass das nach dem Ampelsystem arbeitende FrĂŒhwarninstrument erstmals seit Juni 2023 nicht mehr «rot» anzeige, teilten die Forscher mit. «Stattdessen wechselt er auf "gelb-rot", was eine erhöhte konjunkturelle Unsicherheit signalisiert, aber keine akute Rezessionsgefahr mehr.»

Der spĂŒrbare RĂŒckgang beruhe vor allem darauf, dass sich die Produktion im verarbeitenden Gewerbe erholt habe. Die Energiepreise hĂ€tten sich stabilisiert. Das IMK gehe daher davon aus, dass auch die Produktion in energieintensiven Branchen und insbesondere in der Chemieindustrie ihren Tiefpunkt durchschritten habe. FĂŒr eine weitere Erholung der Industrieproduktion sprĂ€chen auch ZuwĂ€chse beim Export. Weitere Positivfaktoren seien aufgehellte Stimmungs- und Finanzmarktindikatoren.

@ dpa.de