Ost-Regierung, Libyen

Ost-Regierung in Libyen ordnet Stopp der Ölproduktion an

26.08.2024 - 15:22:08 | dpa.de

Die Regierung im Osten Libyens hat einen Stopp der Ölproduktion und der Exporte des Rohstoffs angeordnet, die den grĂ¶ĂŸten Teil der Staatseinnahmen ausmachen.

Der Schritt sei ein Protest gegen die Entscheidung der verfeindeten Regierung im Westen, den Gouverneur der Zentralbank zu ersetzen, hieß es. Da sich die staatliche Ölgesellschaft NOC zunĂ€chst nicht Ă€ußerte, ist unklar, ob die Ölproduktion und -ausfuhr in dem WĂŒstenstaat tatsĂ€chlich ausgesetzt werden.

In Libyen war nach dem Sturz des Langzeitherrschers Muammar al-Gaddafi im Jahr 2011 ein BĂŒrgerkrieg ausgebrochen. Bis heute kĂ€mpfen unzĂ€hlige Milizen um Einfluss und Ressourcen. VerschĂ€rft wird der Konflikt durch die Einflussnahme anderer Staaten wie Russland und der TĂŒrkei. Aktuell ringen zwei verfeindete Regierungen um die Macht: die im Osten von MinisterprĂ€sident Osama Hammad, unterstĂŒtzt vom abtrĂŒnnigen General Chalifa Haftar. Im Westen sitzt die von den Vereinten Nationen anerkannte Regierung von MinisterprĂ€sident Abdel Hamid Dbaiba.

Der Machtkampf der beiden Lager spitzt sich seit einigen Wochen zu. Dabei beschloss der PrĂ€sidialrat im Westen, den Gouverneur der Zentralbank zu ersetzen, den die Regierung im Osten aber weiterhin unterstĂŒtzt. In der Zentralbank in Tripolis werden UmsĂ€tze aus dem Öl- und GasgeschĂ€ft eingezahlt, die etwa 95 Prozent der staatlichen Einnahmen ausmachen. Die Zentralbank ist unter anderem zustĂ€ndig fĂŒr die Zahlung öffentlicher GehĂ€lter, auch fĂŒr den Osten.

Hammad erklĂ€rte, mit dem Produktions- und Exportstopp solle verhindert werden, dass die Einnahmen aus dem ÖlgeschĂ€ft in die falschen HĂ€nde fielen - nĂ€mlich in die der Regierung im Westen.

In Libyen gab es seit dem Sommer 2020 keine grĂ¶ĂŸeren KĂ€mpfe mehr. Inzwischen wird in Teilen des Landes aber wieder mobilisiert. Es gibt Sorge, dass eine neue Phase grĂ¶ĂŸerer Gefechte bevorstehen könnte. Eigentlich waren im Land nach einem UN-Vermittlungsprozess bis Ende 2021 landesweite Wahlen geplant. Diese fanden wegen eines Streits unter anderem ĂŒber die zugelassenen Kandidaten aber nie statt.

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