Trump-Regierung, Entwicklungsbehörde

Trump-Regierung nimmt Entwicklungsbehörde USAID ins Visier

02.02.2025 - 09:24:43

Die Regierung von US-PrĂ€sident Donald Trump nimmt beim Umbau des Staatsapparates auch die Behörde fĂŒr internationale Entwicklung USAID ins Visier.

In den vergangenen Tagen seien Hunderte Mitarbeiter entlassen oder beurlaubt und Dutzende FĂŒhrungskrĂ€fte mit sofortiger Wirkung freigestellt worden, berichteten mehrere US-Medien, darunter der Sender NBC und "Politico". Die neue Regierung erwĂ€ge, die bislang unabhĂ€ngige Behörde dem Außenministerium zu unterstellen oder womöglich ganz aufzulösen, meldeten die Medien unter Berufung auf Regierungskreise.

Am Samstag war die Webseite der Behörde plötzlich zunĂ€chst nicht mehr zu erreichen. NBC berichtete, im USAID-Hauptquartier in Washington seien auch mehrere Schilder der Behörde entfernt worden. Zuvor hatte die Trump-Regierung bis auf bestimmte Ausnahmen Entwicklungshilfezahlungen fĂŒr das Ausland gestoppt. Diese sollen innerhalb von 90 Tagen ĂŒberprĂŒft werden. Damit liegt die Arbeit der Behörde derzeit weitgehend auf Eis.

"So etwas macht nur ein Despot"

Diverse demokratische Senatoren Ă€ußerten sich besorgt ĂŒber die Schritte: Hochrangige FĂŒhrungskrĂ€fte in der gesamten Behörde zu beurlauben, laufende Programme zu beenden und die laufende Auslandshilfe einzufrieren, ohne das mit dem Kongress abzustimmen, habe "einen Strudel von Problemen geschaffen, der unsere Nation gefĂ€hrdet und die GlaubwĂŒrdigkeit Amerikas auf der ganzen Welt untergrĂ€bt", schrieben mehrere demokratische Mitglieder des AuswĂ€rtigen Ausschusses im Senat in einem gemeinsamen Brief an den geschĂ€ftsfĂŒhrenden USAID-Leiter Jason Gray.

Der demokratische MinderheitsfĂŒhrer im Senat, Chuck Schumer, schrieb auf der Plattform X: "Trump hat Mitarbeiter von USAID entlassen und eingeschĂŒchtert. Jetzt gibt es das GerĂŒcht, dass er USAID als unabhĂ€ngige Behörde auflösen will." Dies wĂ€re illegal und gegen die nationalen Interessen der USA, mahnte er.

Der demokratische Senator Chris Murphy, schrieb auf X: "Ich habe gehört, dass Trump die Verfassungskrise noch verschÀrfen will." Ein PrÀsident könne eine Bundesbehörde nicht einfach durch eine Anordnung abschaffen. "So etwas macht nur ein Despot - der das Geld der Steuerzahler stehlen will, um seine MilliardÀrs-Clique zu bereichern."

Seit seinem Amtsantritt hat sich Trump daran gemacht, im großen Stil den Staatsapparat umzukrempeln. In Ministerien und Behörden werden Mitarbeiter geschasst. Die Regierung drĂ€ngt Bundesbedienstete auch dazu, zu kĂŒndigen und freiwillig ihren Posten zu rĂ€umen. Fast alle Mitarbeiter von Ministerien und Behörden erhielten eine Mail mit einem entsprechenden "Angebot".

@ dpa.de