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Schweizer Tech-Branche sieht AbwÀrtsstrudel durch US-Zölle

26.08.2025 - 10:59:41

Die Schweizer Tech-Industrie Àchzt unter den US-Zöllen von 39 Prozent. Ihr Verband Swissmem sieht bereits die negativen Folgen. Der EU könnte das allerdings neue GeschÀfte bringen.

Der Schweizer Industrieverband der Tech-Industrie Swissmem sieht im Zuge der hohen US-Zölle Anzeichen fĂŒr einen starken Einbruch der AuftragseingĂ€nge. Sie seien im zweiten Quartal gegenĂŒber dem Vorquartal um 13,4 Prozent zurĂŒckgegangen, berichtet der Verband in Bern. Da waren die hohen Zölle noch nicht in Kraft, die Androhung sorgte aber bereits fĂŒr Unsicherheit. Zu dem Ergebnis hĂ€tten auch schlechte GeschĂ€fte vor allem in Asien beigetragen.

«Wir befinden uns in einem gefÀhrlichen AbwÀrtsstrudel, dessen Sogwirkung durch die US-Zölle nun noch verstÀrkt wird», sagt Swissmem-Direktor Stefan Brupbacher. 

GeschÀftsverlagerung in die EU möglich

Angesichts des schwierigen GeschÀftsumfeldes will nach einer Umfrage des Verbandes unter 1.400 Mitgliedsfirmen fast ein Drittel (31 Prozent) GeschÀfte in die EU verlegen. Die Umfrage fand am 7. August statt, als die hohen neuen US-Zölle in Kraft traten.

FĂŒr die Schweiz haben die USA einen der höchsten ImportzollsĂ€tze verhĂ€ngt: 39 Prozent. Der US-Zoll auf Konkurrenzprodukte aus Deutschland und anderen EU-LĂ€ndern liegt bei 15 Prozent. Der Verband fĂŒrchtet EU-Schutzmaßnahmen gegen Billigimporte aus DrittlĂ€ndern - wozu auch die Schweiz zĂ€hlen könnte. Er drĂ€ngt die Regierung, engere Beziehungen zur EU zĂŒgig umzusetzen.

Die US-Exporte seien im ersten Quartal im Vergleich zur Vorjahresperiode noch um 5,3 Prozent gestiegen, im zweiten dann, als die Zölle bereits angedroht waren, um 3,1 Prozent zurĂŒckgegangen. 

China-GeschÀft besonders schwierig 

Dass die GĂŒterexporte im ersten Halbjahr insgesamt um 0,9 Prozent gegenĂŒber dem Vorjahreszeitraum zurĂŒckgingen, liege vor allem an dem schlechten Ergebnis in Asien (minus 16,8 Prozent), so der Verband. Der Industrie mache auch der starke Schweizer Franken zu schaffen. Der Verband verlangte Maßnahmen der Regierung, um ArbeitsplĂ€tze zu retten, wie er mitteilte. 

Der Verband vertritt die Maschinen-, Elektro- und Metall-Industrie sowie verwandte Technologiebranchen. Dazu gehören Schwergewichte wie Schindler, Stadler und Pilatus, aber auch viele kleine und mittelstÀndische Unternehmen. Die Branche beschÀftigte im zweiten Quartal rund 325.000 Personen.

@ dpa.de