'Haltet durch': Trump bittet BĂŒrger in Zollstreit um Geduld
06.04.2025 - 08:02:29"Haltet durch - es wird nicht leicht, aber das Endergebnis wird historisch", schrieb Trump auf der Plattform Truth Social. "Dies ist eine wirtschaftliche Revolution, und wir werden siegen." WĂ€hrend Trumps Zollpaket Anlegervermögen in Milliardenhöhe vernichtete und Handelspartner brĂŒskierte, sprach sich sein einflussreicher Berater Elon Musk fĂŒr eine Freihandelszone mit Europa aus.
Die USA hĂ€tten sich lange ausnutzen lassen, doch damit sei jetzt Schluss, versprach Trump. Jobs, Unternehmen und GeschĂ€fte kĂ€men durch den Schritt zurĂŒck in die USA "wie nie zuvor". Doch die Erfolgsaussichten seines radikalen Rundumschlags sind bestenfalls ungewiss.
Folgenschwerer Rundumschlag: Rezession und Handelskrieg?
Ăkonomen warnen vor einer aufziehenden Rezession in den USA und betrachten Trumps Zollpolitik eher als strategisches Eigentor, das letztlich auch den Vereinigten Staaten schaden wird. Auch der Chef der US-Notenbank Fed, Jerome Powell, erwartet eine höhere Inflation und langsameres Wachstum fĂŒr die USA. Ein globaler Handelskonflikt könnte zudem die gesamte Weltwirtschaft in eine tiefe Krise stĂŒrzen. Einige LĂ€nder wie China und auch die EU zeigen sich zu drastischen GegenmaĂnahmen bereit.
Musks Elektroauto-Firma Tesla US88160R1014, die ihre Fahrzeuge sowohl in China als auch in Deutschland produziert und verkauft, dĂŒrfte die Folgen ebenfalls zu spĂŒren bekommen. Die Politik der neuen US-Regierung lobt der Tech-MilliardĂ€r meist ĂŒberschwĂ€nglich - oder prĂ€gt sie gleich mit. Doch nun plĂ€diert Musk ĂŒberraschend fĂŒr eine transatlantische Freihandelszone ohne Zölle.
Er hoffe, dass sich die USA und Europa auf eine noch engere Partnerschaft als bisher einigen könnten, sagte Musk bei einem Parteitag der rechten italienischen Regierungspartei Lega am Samstag in Florenz, zu dem er per Video zugeschaltet wurde. "Und was die Zölle anbelangt, hoffe ich, dass wir uns auf eine Null-Zoll-Situation zubewegen, mit einer Freihandelszone zwischen Europa und Nordamerika", sagte Musk laut italienischer SimultanĂŒbersetzung.
Amerikaner zahlen die Zeche
Infolge des am Mittwoch verkĂŒndeten Zollpakets gelten auf Importe aus allen LĂ€ndern in die USA nun pauschale Zölle in Höhe von zehn Prozent. Am 9. April will Trump noch höhere Zölle folgen lassen fĂŒr LĂ€nder, mit denen die USA aus seiner Sicht ein besonders groĂes Handelsdefizit haben. Auf Importe aus EU-Staaten wĂŒrden demnach Strafabgaben in Höhe von 20 Prozent fĂ€llig. Andere Strafabgaben auf Einfuhren in die USA, die bereits zuvor galten, bleiben ebenfalls erhalten.
Ein Importzoll funktioniert Ă€hnlich wie eine Steuer. Die Abgabe muss vom importierenden Unternehmen gezahlt werden - in diesem Fall also von Firmen in den USA. Es gilt aber als wahrscheinlich, dass die importierenden Firmen die höheren Kosten nicht einfach selbst tragen, sondern an die Verbraucher weitergeben - und die so steigenden Preise die Inflation wieder anheizen. In den vergangenen Wochen hatte Trump Bedenken, dass neue Zölle vor allem amerikanische Verbraucher durch höhere Preise belasten werden, stets abgetan und von vorĂŒbergehenden kleineren "Störungen" gesprochen.
"Trump ist am Golfen, wĂ€hrend die Börse abstĂŒrzt"
Mit seinem gewaltigen Zollpaket schickte Trump nun aber auch die Börsen weltweit auf Talfahrt - und radierte damit auch Vermögen von Privatanlegern in Milliardenhöhe quasi ĂŒber Nacht aus. Viele Amerikaner sind an der Börse investiert und bangen nun um ihr Erspartes, was sich auch bei den landesweiten Protesten gegen Trumps Regierung am Wochenende zeigte. Die Veranstalter sprachen von Millionen Teilnehmern bei mehr als 1.300 Kundgebungen, offizielle Zahlen oder SchĂ€tzungen gab es allerdings nicht.
"Ich habe gestern Geld verloren wegen des Wahnsinns, dem uns dieser Mann aussetzt", schimpfte eine 74-jĂ€hrige Demonstrantin, die bei einem Protest in Chicago dabei war und vom "Wall Street Journal" zitiert wurde. "Ihm ist nicht klar, dass Rentner in meinem Alter von diesem Geld leben." Dass sich der PrĂ€sident derweil fĂŒr ein verlĂ€ngertes Golf-Wochenende nach Florida verabschiedete, stieĂ bei Demonstranten besonders ĂŒbel auf. "Trump ist am Golfen, wĂ€hrend die Börse abstĂŒrzt", stand auf dem Plakat einer empörten Frau.

