SeehÀfen, Pistorius

SeehÀfen fordern von Pistorius Geld aus dem Wehretat

26.08.2025 - 06:13:08

Die SeehÀfen fordern von Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) Geld aus dem regulÀren Verteidigungsetat.

Das geht aus einem Brief des Zentralverbands der deutschen Seehafenbetriebe (ZDS) hervor, von dem eine Kopie der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Eine Summe geht aus dem Brief nicht hervor. Aber nach Bewertung der HĂ€fen werden drei Milliarden Euro gebraucht, um sich auf einen Verteidigungsfall vorzubereiten.

In dem Schreiben des Hamburger Branchenverbands, der mehr als 150 Betriebe vertritt, heißt es: "Als logistische Drehscheiben sind die SeehĂ€fen fĂŒr militĂ€rische Aufmarschszenarien von zentraler Bedeutung." Im Ernstfall mĂŒssten Material und Soldaten der Bundeswehr und der Nato-Partner ĂŒber die HĂ€fen transportiert werden.

Zudem seien die HĂ€fen exponierte Ziele und im Verteidigungsfall "first line of attack", also die erste Angriffslinie. Das habe die Geschichte gezeigt. "Darauf mĂŒssen wir uns einstellen, auch wenn wir hoffen, dass es nie zum Ernstfall kommt", heißt es in dem Brief.

FlĂ€chen, Mauern und Bahninfrastruktur mĂŒssen erneuert werden

Laut ZDS soll das Geld aus dem Verteidigungshaushalt in SchwerlastflĂ€chen, Kaimauern und Eisenbahninfrastruktur fließen sowie in nicht nĂ€her beschriebene Schutzmaßnahmen fĂŒr Hafenanlagen gegen Angriffe und Cyberbedrohungen. Der ZDS begrĂŒndet die Forderung damit, dass Verteidigung originĂ€re Bundesaufgabe sei und bleibe.

Der Verband schlĂ€gt einen Dual-Use-Ansatz vor: Investitionen sollen wohl zivil als auch militĂ€risch genutzt werden. Unterzeichnet haben den Brief die scheidende ZDS-PrĂ€sidentin Angela Titzrath und der HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer des Verbands, Florian Keisinger. Eine Kopie des Schreibens vom 15. Juli, das zuvor nicht bekanntgeworden ist, liegt den Wirtschaftsministerinnen und -ministern der KĂŒstenlĂ€nder vor, wie es darin heißt.

Nach dem Haushaltsentwurf der Bundesregierung soll der Verteidigungsetat in diesem Jahr um rund zehn Milliarden auf 62,4 Milliarden Euro steigen. Dazu kommen 24 Milliarden Euro aus dem sogenannten Sondervermögen.

Investitionsbedarf insgesamt von 15 Milliarden Euro

Die wichtigsten deutschen SeehÀfen nach Umschlag sind Hamburg, Bremerhaven, Wilhelmshaven und Rostock. Den gesamten Investitionsbedarf in den SeehÀfen beziffert der ZDS auf rund 15 Milliarden Euro.

Der Bund zahlt den LĂ€ndern gegenwĂ€rtig jĂ€hrlich rund 38,3 Millionen Euro fĂŒr die SeehĂ€fen. HĂ€fen und KĂŒstenlĂ€nder kritisieren die Summe als unzureichend. Das Bundesverkehrsministerium kĂŒndigte Anfang Juli an, ĂŒber vier Jahre zusĂ€tzlich 400 Millionen Euro fĂŒr die klimafreundliche Modernisierung von Schifffahrt und HĂ€fen bereitzustellen.

@ dpa.de