IW: 2028 fehlen 133.000 FachkrÀfte in Digitalisierungsberufen
29.03.2025 - 01:00:00Der gröĂte relative Anstieg könnte bei FĂŒhrungskrĂ€ften im Bereich der IT-Netzwerktechnik, IT-Koordination, IT-Administration oder IT-Organisation zu verzeichnen sein (+146,4 Prozent). Das sind Spezialisten, die fĂŒr den reibungslosen IT-Betrieb oder die Umsetzung von IT-Projekten verantwortlich sind. Den zweitgröĂten Anstieg könnte es der Analyse zufolge bei Spezialisten fĂŒr IT-Systemadministration geben (+109,2 Prozent), die den reibungslosen Betrieb der IT-Systeme in der Praxis sichern. An den absehbaren EngpĂ€ssen in diesen Bereichen wĂŒrde auch die zuletzt schwache wirtschaftliche Entwicklung nur wenig Ă€ndern, so das IW. Zwar sei die FachkrĂ€ftelĂŒcke bei Digitalisierungs-Experten beziehungsweise IT-Berufen kurzfristig eingebrochen. "Mittelfristig haben sich die Fortschreibungsergebnisse jedoch wenig geĂ€ndert", heiĂt es in dem Bericht. Insgesamt sei der Trend eines weiteren BeschĂ€ftigungsaufbaus bei hohem FachkrĂ€ftemangel in den Digitalisierungsberufen ungebrochen - vor allem, weil der die Digitalisierung sich weiter fortsetzen werde und Unternehmen weiterhin viele qualifizierte ArbeitskrĂ€fte brĂ€uchten, um den Strukturwandel zu gestalten. In den Digitalisierungsberufen ist das durchschnittliche BeschĂ€ftigtenwachstum seit 2018 höher als das durchschnittliche BeschĂ€ftigungswachstum aller Berufe. Das werde laut IW anhalten. "Von 2023 bis 2028 könnte die Zahl der BeschĂ€ftigten in Digitalisierungsberufen um weitere 8,9 Prozent auf mehr als drei Millionen steigen", so die Autoren der Analyse. Besonders viele zusĂ€tzliche BeschĂ€ftigte werden bei hochqualifizierten Softwareentwicklungs-Experten (+87.326) und IT-Consultants erwartet (+72.295). Der gröĂte relative Zuwachs unter den gröĂeren Berufen wird bei Spezialisten fĂŒr technische Informatik (+71,5 Prozent) erwartet. Diese arbeiten an der Schnittstelle von Hard- und Software und sind beispielsweise fĂŒr die Entwicklung softwarezentrierter und zunehmend autonomer Fahrzeuge wichtig. Nur besetzen lassen sich diese notwendigen Stellen aller Voraussicht nach zunĂ€chst nicht. Die Studienautoren empfehlen angesichts der FachkrĂ€ftelĂŒcke in den Digitalisierungsberufen, inlĂ€ndische und auslĂ€ndische FachkrĂ€ftepotenziale stĂ€rker zu aktivieren. Das können zum Beispiel ĂŒber eine bessere Berufsorientierung an Schulen, Umschulungen, die Erhöhung des Arbeitsvolumens oder auch qualifizierte Zuwanderung gelingen. Die berufliche Anerkennung nicht-akademischer FachkrĂ€fte sollte dafĂŒr kĂŒnftig schneller, digitaler und zentralisierter sein. In den Firmen und Behörden brauche es zudem eine gröĂere Serviceorientierung sowie Offenheit fĂŒr Englisch und andere Fremdsprachen. AuĂerdem halten die IW-Experten auch eine "bessere Willkommenskultur in der breiten Bevölkerung" fĂŒr nötig.


