SPD will Sozialleistungen unkomplizierter machen
05.06.2024 - 19:04:41Ziel sei ein "BĂŒrgerservice", der sich nicht an SozialgesetzbĂŒchern orientiere, sondern anhand von Lebenslagen handele, sagte Fraktionsvize Dagmar Schmidt am Mittwoch in Berlin. Dabei gehe es darum, dass umfassend aus einer Hand beraten werde, man AntrĂ€ge gemeinsam stellen könne und eine Leistung bei Berechtigung auch sofort zu erhalten sei. "Wir können nicht erwarten, dass BĂŒrgerinnen und BĂŒrger wissen, wie alles im Detail funktioniert."
Der Sozialstaat mĂŒsse daher "so automatisch werden wie möglich", sagte Schmidt. In einem ersten Schritt sei dies bei der Grundrente umgesetzt worden, die man ohne Antrag bekomme, wenn sie einem zustehe. "Wir wĂŒrden uns wĂŒnschen, das zeitnah zum Beispiel auch mit dem Kindergeld und anderen Leistungen hinzubekommen." Gebraucht werde auch aufsuchende Beratung und UnterstĂŒtzung fĂŒr Menschen, fĂŒr die schon der Weg in eine Verwaltung zu schwer sei.
Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) sagte, dass der Sozialstaat in seiner Wirkung oft zu nachsorgend sei. Es sei richtig, in Notlagen mit viel Geld am Start zu sein. Besser wĂ€re aber, in vorsorgende Politik zu investieren, etwa damit ein FachkrĂ€ftemangel nicht erst entstehe. Bei Gesetzen mĂŒsse die konkrete Umsetzung stĂ€rker in den Blick. Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hob Erleichterungen und eine bessere Versorgung durch den geplanten Ausbau elektronischer Patientenakten hervor, mit der alle Befunde und Labordaten automatisch verfĂŒgbar seien.

