ROUNDUP, Ifo-GeschÀftsklima

Ifo-GeschĂ€ftsklima trĂŒbt sich ein - 'Wirtschaft fehlt es an Kraft'

25.11.2024 - 10:59:00

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im November nach einer Erholung im Vormonat wieder verschlechtert.

Das Ifo-GeschĂ€ftsklima fiel um 0,8 Punkte auf 85,7 ZĂ€hler, wie das Ifo-Institut am Montag in MĂŒnchen mitteilte. Damit nĂ€herte sich das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer wieder dem tiefsten Stand seit Beginn des Jahres, der im September bei 85,4 Punkten erreicht worden war.

Am Markt war zwar mit einem DĂ€mpfer gerechnet worden, nachdem andere Stimmungsindikatoren zuletzt schwach ausgefallen waren. Unter anderem hatte die Stimmung der Einkaufsmanager einen herben RĂŒckschlag erlitten. Analysten waren aber im Schnitt nur von einem RĂŒckgang des Ifo-Index auf 86,0 Punkte ausgegangen.

"Der deutschen Wirtschaft fehlt es an Kraft", kommentierte Ifo-PrĂ€sident Clemens Fuest das Ergebnis der Umfrage. Im Bereich Dienstleistungen hat sich die Unternehmensstimmung deutlich eingetrĂŒbt. Auch in den Industriebetrieben verschlechterte sich die Stimmung mit rĂŒcklĂ€ufigen AuftrĂ€gen.

Die rund 9.000 vom Ifo-Institut befragten Unternehmen zeigten sich vor allem unzufriedener mit ihrer aktuellen Lage. Hier fiel der entsprechende Unterindikator um 1,4 Punkte auf 84,3 ZĂ€hler. Die Erwartungen an die kĂŒnftigen GeschĂ€fte haben sich hingegen kaum verschlechtert.

Robin Winkler, Chefvolkswirt fĂŒr Deutschland bei der Deutschen Bank, zeigte sich erstaunt von den Daten zu den Konjunkturerwartungen, die sich seiner EinschĂ€tzung nach stabil gehalten haben. "Entweder machen sich die deutschen Unternehmen im Hinblick auf die US-Handelspolitik noch keine allzu großen Sorgen oder diese Sorgen werden durch den Ausblick auf Neuwahlen in Deutschland kompensiert", sagte Winkler.

Nach EinschĂ€tzung des Analysten Jens-Oliver Niklasch von der Landesbank Baden-WĂŒrttemberg kann die Lage nach Ansicht der befragten Unternehmen wohl kaum noch schlechter werden. "Binnenwirtschaftlich herrscht Stillstand, und im Rest der Welt nehmen die Risiken eher zu", sagte Niklasch. Er bleibt daher pessimistisch gestimmt und erwartet im kommenden Jahr einen weiteren RĂŒckgang der deutschen Wirtschaftsleistung.

"Am meisten leiden die Unternehmen unter der abnehmenden WettbewerbsfĂ€higkeit des Standorts Deutschland", schrieb Ulrich Kater, Chefvolkswirt der Dekabank. Die negativen Effekte verstĂ€rkten sich dabei mittlerweile selbst, wenn etwa Entlassungen am Standort Deutschland auf das Konsumvertrauen und damit die Nachfrage in Deutschland drĂŒcken.

@ dpa.de