Ifo-Index hellt sich nach Finanzpaket wie erwartet auf
25.03.2025 - 11:04:19 | dpa.deDas Ifo-GeschĂ€ftsklima stieg im MĂ€rz um 1,4 Punkte auf 86,7 Punkte, wie das Ifo-Institut am Dienstag in MĂŒnchen mitteilte. Volkswirte hatten eine solche Aufhellung prognostiziert, auch wegen der milliardenschweren InvestitionsplĂ€ne der wohl kĂŒnftigen Bundesregierung in Infrastruktur, Klima und Verteidigung. Trotzdem bleibt das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer auf einem langfristig niedrigen Niveau. "Die deutsche Wirtschaft hofft auf Besserung", kommentierte Ifo-PrĂ€sident Clemens Fuest.
Die rund 9.000 vom Ifo-Institut befragten Unternehmen beurteilen ihre aktuelle Lage etwas gĂŒnstiger. Der entsprechende Indikator stieg um 0,7 Punkte auf 85,7 Punkte. Der Indikator fĂŒr die Erwartungen hingegen legte merklich zu. Er kletterte um 2,1 Punkte auf 87,7 Punkte. Besonders deutlich verbesserte sich die Stimmung im Verarbeitenden Gewerbe. Aber auch im Dienstleistungssektor verbesserte sich das GeschĂ€ftsklima.
"Zwar legt der ifo-GeschĂ€ftsklimaindex im MĂ€rz zu, doch von der anfĂ€nglichen Euphorie ĂŒber die geplanten milliardenschweren Infrastruktur- und Verteidigungsausgaben ist auf den ersten Blick nicht viel zu sehen", kommentierte Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank. Bundestag und Bundesrat hatten in der vergangenen Woche die Verfassung geĂ€ndert, um milliardenschwere Investitionen zu ermöglichen. Der Ifo-GeschĂ€ftsklimaindex liege aber noch immer deutlich unter den StĂ€nden des FrĂŒhjahres 2024, als von milliardenschweren Infrastrukturausgaben noch keine Rede war, schreibt Gitzel. "Das Motto lautet: Geld ist nicht alles, es bedarf vor allem begleitender Strukturreformen."
Auch Dekabank-Chefvolkswirt Ulrich Kater warnt vor einer verfrĂŒhten Euphorie: "Damit aus dieser Stimmungsaufhellung tatsĂ€chlich ein rosiges Bild fĂŒr die deutsche Wirtschaft wird, mĂŒssen nun in den Koalitionsverhandlungen zĂŒgig durchgreifende Reformen fĂŒr den Standort Deutschland vereinbart werden", heiĂt es in einem Kommentar. "Ansonsten droht ein konjunkturelles Strohfeuer, in dem die vielen Milliarden verbrennen, die nun bereitgestellt werden."
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