Entlastung fĂŒr Verbraucher: Inflation sinkt auf 2,1 Prozent
14.05.2025 - 08:11:53Entlastung an der ZapfsĂ€ule - aber teurer Wocheneinkauf: Das Leben in Deutschland hat sich im April insgesamt nicht mehr ganz so stark verteuert wie in den Monaten zuvor. Billigere Energie drĂŒckte die Inflationsrate auf den niedrigsten Wert seit Oktober: Die Verbraucherpreise lagen um 2,1 Prozent ĂŒber dem Niveau des Vorjahresmonats, wie das Statistische Bundesamt bestĂ€tigt.
Im MĂ€rz hatte die jĂ€hrliche Inflationsrate noch bei 2,2 Prozent gelegen, in den beiden Monaten zuvor waren es 2,3 Prozent. Je höher die Rate, umso geringer die Kaufkraft der Menschen: Sie können sich fĂŒr einen Euro dann weniger leisten. Von MĂ€rz auf April des laufenden Jahres zogen die Verbraucherpreise nach Berechnungen der Wiesbadener Statistiker insgesamt um 0,4 Prozent an.
HartnÀckige Inflation bei Dienstleistungen
Volkswirte rechnen damit, dass die Inflationsrate in Europas gröĂter Volkswirtschaft in den kommenden Monaten zwischen 2,0 Prozent und 2,5 Prozent bleiben wird, obwohl die Aufwertung des Euro und die gesunkenen Energiepreise dĂ€mpfend wirken. «Vor allem die Dienstleistungsinflation zeigt sich â trotz Wirtschaftsflaute, ArbeitsmarktabschwĂ€chung und ausweichendem Druck aus dem Lohnkessel â deutlich hartnĂ€ckiger als gedacht», analysiert Deutsche-Bank-Volkswirt Sebastian Becker.
Im April zogen die Preise fĂŒr Dienstleistungen wie Flugtickets (plus 19,1 Prozent) und Pauschalreisen (plus 9,2 Prozent) sowie GaststĂ€ttenbesuche (plus 4,2 Prozent) auch wegen des spĂ€ten Osterfestes mit insgesamt 3,9 Prozent wieder stĂ€rker an. Damit ist der Anstieg der Dienstleistungspreise höher als in anderen EU-LĂ€ndern - auch wegen höherer Lohnsteigerungen hierzulande.
Nahrungsmittel teurer
Auch Nahrungsmittel verteuerten sich mit 2,8 Prozent weiterhin ĂŒberdurchschnittlich, obwohl der Preisdruck etwas nachlieĂ. Die Preise fĂŒr saisonale Produkte wie Obst (plus 6,0 Prozent) und GemĂŒse (plus 5,6 Prozent) zogen teils erheblich an. Ăkonomen erwarten, dass sich dieser Trend in den Sommermonaten umkehren wird.
Energiepreise deutlich gesunken
Entlastung gab es im April bei den Energiepreisen, weil der Ălpreis infolge des Zollstreits mit den USA und wachsender Sorgen um die Weltwirtschaft zwischenzeitlich nachgab. Heizöl, Diesel und Benzin wurden billiger. Die Kraftstoffpreise fielen um 8,3 Prozent niedriger aus als vor einem Jahr. Insgesamt lagen die Energiepreise laut Bundesamt um 5,4 Prozent unter dem Niveau des Vorjahresmonats.
Was Volkswirten Sorge bereitet: Die sogenannte Kerninflationsrate ohne die schwankungsanfĂ€lligen Preise fĂŒr Energie und Nahrungsmittel erhöhte sich im April auf 2,9 Prozent nach 2,6 Prozent im MĂ€rz.


