Mehr als doppelt so viele Frauen in VorstÀnden als noch 2020
08.01.2024 - 05:21:33 | dpa.de
Die Zahl der Frauen in den VorstĂ€nden börsennotierter Unternehmen der Dax-Familie hat sich seit 2020 einer Studie zufolge mehr als verdoppelt. Zu Jahresbeginn saĂen 128 Managerinnen in den Topetagen der 160 Firmen, wie aus einer Auswertung des PrĂŒfungsunternehmens EY hervorgeht. Im Januar 2020 waren es noch 59. Allerdings sind Frauen weiterhin klar in der Minderheit - sie sitzen aktuell 568 Vorstandskollegen gegenĂŒber. Viele der Gremien sind zudem eine reine MĂ€nnerdomĂ€ne. In den Börsenindices Dax, MDax und SDax haben fast vier von zehn Unternehmen keine Managerin im Vorstand.
«Wir sehen zwar einen stabilen AufwĂ€rtstrend, der Frauenanteil in den VorstĂ€nden bleibt jedoch ĂŒberschaubar - vor allem bei Unternehmen, die weniger stark im Fokus der Ăffentlichkeit sind», sagte Ev Bangemann von EY Deutschland. Etliche Unternehmen (49 Prozent) begnĂŒgten sich damit, nur eine Frau in den Vorstand zu berufen. «Da liegt die Vermutung nahe, dass gerade mal die gesetzlichen Mindestanforderungen erfĂŒllt werden sollen.»
Börsennotierte und paritĂ€tisch mitbestimmte Unternehmen mit mehr als 2000 BeschĂ€ftigten und mehr als drei Vorstandsmitgliedern mĂŒssen bei Neubesetzbesetzungen in dem Gremium auch darauf achten, dass mindestens eine Frau in der FĂŒhrungsetage sitzt.
Frauen in Dax-VorstÀnden am stÀrksten vertreten
In der zweiten JahreshÀlfte zogen bei den 160 ausgewerteten Unternehmen den Angaben zufolge 41 neue Mitglieder in die Vorstandsetagen ein, 16 davon waren weiblich, was einem Anteil von 39 Prozent entspricht. In der ersten JahreshÀlfte lag der Anteil der Frauen an den neu berufenen Vorstandsmitgliedern bei 42 Prozent.
Am stĂ€rksten vertreten sind Managerinnen weiterhin in den Topetagen der 40 Dax-Konzerne. Fast ein Viertel der Vorstandsmitglieder des deutschen Leitindex sind weiblich (24 Prozent). Allerdings kam seit Sommer 2023 keine weitere Frau hinzu. Deutlich niedriger ist der Anteil weiblicher Vorstandsmitglieder bei den mittelgroĂen Firmen des MDax mit 18 Prozent und den kleineren Unternehmen des SDax (14 Prozent).
An der Spitze des Vorstands stehen Managerinnen in sieben der 160 Unternehmen, darunter BelĂ©n Garijo beim Chemie- und Pharmakonzern Merck, Helen Giza beim Dialyseanbieter Fresenius Medical Care (FMC) sowie Yvonne Rostock, die den Fotodienstleister Cewe fĂŒhrt.
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