Prognose, Paketmenge

Prognose: Paketmenge vor Weihnachten höher als 2023

30.10.2024 - 05:00:38

Die Transporter von DHL, Hermes, DPD und GLS sind im Straßenbild omniprĂ€sent. In den kommenden Monaten dĂŒrften sie noch hĂ€ufiger zu sehen sein als sonst. Grund: die Kauflaune vor Weihnachten.

Die asiatischen Online-HÀndler Temu und Shein halten Deutschlands Paketbranche auf Wachstumskurs. Im diesjÀhrigen WeihnachtsgeschÀft rechnen die heimischen Logistiker mit 435 Millionen Sendungen und damit 3,6 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, wie der Bundesverband Paket- und Expresslogistik (BPEX) in Berlin mitteilte. Es geht um Sendungen, die von Firmen an Verbraucherinnen und Verbraucher geschickt werden - also vor allem um Ware, die im Internet bestellt wurde. 

Rechnet man Sendungen hinzu, die von Firmen an Firmen und von Verbrauchern an Verbraucher geschickt werden, wird eine Menge von 735 Millionen prognostiziert und damit circa 1,4 Prozent mehr als zuvor. Wegen der schwachen Konjunktur ist das Marktsegment der Sendungen von Firmen an Firmen geschrumpft. Bei den Sendungen geht es auch um Kurier- und Expresszustellungen, grĂ¶ĂŸtenteils aber um normale Paketlieferungen.

Black Friday und Heiligabend als Wachstumstreiber

Das WeihnachtsgeschĂ€ft umfasst in der Paketbranche die Monate November und Dezember. FĂŒr die Logistiker ist es die wichtigste Zeit des Jahres, weil dann besonders viele Menschen Geschenke kaufen und bei Rabattaktionen wie dem Black Friday auf Shoppingtour gehen. Dementsprechend groß ist das Volumen an Paketen, die in Transportern bis vor die HaustĂŒr oder bis zu Abholstationen gefahren werden.

Die Paketfirmen wissen schon jetzt relativ prĂ€zise ĂŒber die Sendungsmengen Bescheid, da sie RĂŒckmeldungen von ihren Handelskunden bekommen haben. In der intensivsten Zeit des Jahres greifen die Firmen nach Verbandsangaben auf bis zu 18.000 zusĂ€tzliche ArbeitskrĂ€fte zurĂŒck und setzen bis zu 10.000 zusĂ€tzliche Fahrzeuge ein.

RĂŒckenwind durch Temu und Shein 

In den Coronajahren ist die Paketbranche, zu der auch Kurierdienste und Expressdienste gezĂ€hlt werden, stark gewachsen. 2022 normalisierte sich die Lage etwas und die Paketmenge ging zurĂŒck. 2023 wuchs das Sendungsvolumen von Firmen an Verbraucher wieder leicht um circa ein Prozent, nun verstĂ€rkt sich das Wachstum. Nach EinschĂ€tzung des Verbands liegt das auch an der gestiegenen Nachfrage nach Produkten, die auf den asiatischen Handelsplattformen Shein und Temu verkauft werden und dann in Paketen beim deutschen Kunden landen. 

«Obwohl das WeihnachtsgeschÀft von wirtschaftlich schwierigen Rahmenbedingungen geprÀgt ist, blicken wir mit vorsichtigem Optimismus auf die kommenden Wochen», sagt der BPEX-Vorsitzende Marten Bosselmann. Die Zahlen der Marktanalyse zeigten, dass die Firmen der Branche auch in schwierigen Zeiten robust blieben.

@ dpa.de