Ukraine bereit zu Waffenruhe - USA leisten neue MilitÀrhilfe
11.03.2025 - 21:46:08Die Zusage ist ein Ergebnis von Verhandlungen der Ukraine mit der US-Regierung in Saudi-Arabien. Die Amerikaner versprachen nach dem Treffen in Dschidda auĂerdem, dass sie ihre kĂŒrzlich gestoppte MilitĂ€rhilfe an Kiew sofort wieder aufnehmen und auch die US-Geheimdienste wieder Informationen an die Ukraine weiterreichen.
Russland hatte sein Nachbarland vor gut drei Jahren ĂŒberfallen. Gegen die Invasion wehrt sich die Ukraine mit westlicher Hilfe, sie ist aber zuletzt an etlichen Frontabschnitten in die Defensive geraten.
"Ball liegt nun in ihrem Feld"
US-PrĂ€sident Donald Trump sagte, hoffentlich werde auch Russlands PrĂ€sident Wladimir Putin dem Vorschlag fĂŒr eine Feuerpause zustimmen. "Wir wollen diesen Krieg hinter uns bringen." Die US-Delegation werde schon "heute und morgen" GesprĂ€che mit Russland fĂŒhren. Und er selbst wolle nun schnell mit Putin reden - vielleicht noch diese Woche.
US-AuĂenminister Marco Rubio sagte in Richtung Kreml: "Der Ball liegt nun in ihrem Feld." Man sei einem "dauerhaften Frieden" einen Schritt nĂ€her gekommen.
Trump will ein schnelles Kriegsende erzwingen. Er setzte Kiew zuletzt unter Druck, indem er die Waffenlieferungen vorlĂ€ufig stoppte, tritt gegenĂŒber dem Aggressor Russland aber weit weniger fordernd auf.
Selenskyj spricht von positivem Schritt
Der ukrainische PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj nannte den Vorschlag fĂŒr eine 30-tĂ€gige Waffenruhe einen positiven Schritt. "Nun liegt es an den Vereinigten Staaten, Russland davon zu ĂŒberzeugen, dasselbe zu tun. Wenn Russland zustimmt, wird die Waffenruhe sofort in Kraft treten", schrieb er auf X. Wenige Stunden davor hatte die Ukraine nach russischen Angaben Moskau und Umgebung massiv mit Drohnen angegriffen.
Die russische Regierung Ă€uĂerte sich zunĂ€chst nicht inhaltlich zu dem VorstoĂ. Kontakte zu den USA in den nĂ€chsten Tagen seien aber nicht ausgeschlossen, sagte die Sprecherin des AuĂenministeriums, Maria Sacharowa, in Moskau.
Russland verfolgte die GesprĂ€che in Dschidda genau. Der Kreml erhob zugleich schwere VorwĂŒrfe gegen Kiew wegen des massiven ukrainischen Drohnenangriffs auf die russische Hauptstadt und das Moskauer Umland in der Nacht zum Dienstag. WĂ€hrend die Amerikaner sich bemĂŒhten, zu vermitteln und dabei den Friedenswillen der Ukrainer auszuloten, versuchten diese, "die sich abzeichnenden Tendenzen zu verderben", sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow.
Selenskyj nicht bei GesprÀchen dabei
Der US-Vorschlag ist nach Selenskyjs Worten umfassender als zuletzt diskutiert. Umfasst wÀren nicht nur Luftangriffe mit Raketen, Drohnen und Bomben sowie Angriffe vom Schwarzen Meer, sondern die gesamte Frontlinie, sagte Selenskyj in einer Videobotschaft.
Er nahm nach einem Eklat im WeiĂen Haus nicht an dem Treffen in Dschidda teil. Trump und dessen Vize J.D. Vance hatten den ukrainischen Staatschef vor laufenden Kameras zurechtgewiesen und ihm Undankbarkeit und mangelnden Friedenswillen unterstellt. AnschlieĂend hatten die USA der Ukraine MilitĂ€r- und Geheimdiensthilfen gestrichen.
In dem Statement von Dschidda bekrĂ€ftigte die ukrainische Delegation nun die "groĂe Dankbarkeit" des ukrainischen Volkes gegenĂŒber Trump, dem US-Kongress und dem amerikanischen Volk.
Der Mitteilung nach einigten sich beide Seiten, Teams von UnterhĂ€ndlern zu bilden und Verhandlungen ĂŒber einen dauerhaften Frieden zu beginnen, der der Ukraine langfristig Sicherheit gebe. Die USA hĂ€tten sich verpflichtet, dies mit Vertretern Russlands zu besprechen. Die Ukraine betonte, dass ihre europĂ€ischen Partner in den Friedensprozess eingebunden werden sollen.
Mineralienabkommen soll folgen
Vereinbart wurde auch, so bald wie möglich ein umfassendes Abkommen ĂŒber die ErschlieĂung der wichtigen ukrainischen BodenschĂ€tze zu schlieĂen. Das Abkommen sollte ursprĂŒnglich bei dem schief gelaufenen Treffen im WeiĂen Haus unterzeichnet werden.
Spitzenvertreter der EU Ă€uĂerten sich erfreut ĂŒber das Ergebnis der Beratungen. "Wir begrĂŒĂen die heutigen Nachrichten aus Dschidda zu den GesprĂ€chen zwischen den USA und der Ukraine, darunter den Vorschlag fĂŒr eine Waffenruhevereinbarung und die Wiederaufnahme des Austauschs geheimdienstlicher Informationen und der SicherheitsunterstĂŒtzung durch die USA", teilten EU-KommissionsprĂ€sidentin Ursula von der Leyen und RatsprĂ€sident AntĂłnio Costa mit.

