Selenskyj kĂŒndigt Verhandlungen mit Russland fĂŒr Mittwoch an
22.07.2025 - 06:35:03Allerdings werde es dabei nicht um eine Waffenruhe oder ein Ende des Kriegs gehen, sagte Selenskyj bei einem Treffen mit ukrainischen Diplomaten. FĂŒr Kiew gehe es darum, die RĂŒckkehr Kriegsgefangener und von Russland verschleppter Kinder in die Ukraine voranzutreiben sowie ein Treffen auf PrĂ€sidentenebene vorzubereiten.
Von russischer Seite gab es zunĂ€chst keine offizielle BestĂ€tigung fĂŒr die neuen GesprĂ€che - allerdings hatte Moskau bereits seit lĂ€ngerem auf einen neuen Termin in Istanbul gedrĂ€ngt. Die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass nannte unter Verweis auf eine nicht nĂ€her genannte Quelle den Donnerstag als Termin.
Selenskyj sagte in seiner Videobotschaft, er habe mit dem ukrainischen ChefunterhĂ€ndler, Rustem Umjerow, ĂŒber die Vorbereitungen eines Gefangenenaustausches und ein weiteres Treffen mit der russischen Seite in der TĂŒrkei diskutiert. Umerov habe berichtet, dass das Treffen am Mittwoch geplant sei.
Selenskyj: Effektive GesprÀche nur auf Ebene der Staatschefs
"Es ist allen klar, dass wirklich effektive GesprĂ€che nur auf Ebene der Staatschefs stattfinden können", begrĂŒndete Selenskyj sein Anliegen auf der Plattform X, ein Treffen auf PrĂ€sidentenebene vorzubereiten. Mitte Mai war er bereits vergeblich in Erwartung eines Treffens mit Kremlchef Wladimir Putin in die TĂŒrkei gereist.
Der Kreml hat bislang direkte Verhandlungen zwischen den PrĂ€sidenten mit der BegrĂŒndung abgelehnt, dass solche GesprĂ€che, um Ergebnisse zu bringen, gut vorbereitet sein mĂŒssten. Dazu seien zunĂ€chst auf unterer Ebene die nötigen Voraussetzungen zu schaffen.
In den ersten beiden Runden direkter Verhandlungen zwischen Kiew und Moskau im Mai und Juni hatten sich beide Seiten auf einen groĂen Gefangenenaustausch und die RĂŒckgabe von Gefallenen geeinigt. Eine unter anderem von den USA geforderte Waffenruhe wurde aber bisher nicht erreicht. Selenskyj hatte am Wochenende Moskau neue Verhandlungen im Laufe der Woche vorgeschlagen.
Russland fĂŒhrt seit fast dreieinhalb Jahren einen zerstörerischen Angriffskrieg gegen die Ukraine. FĂŒr eine Beendigung der Invasion stellt Moskau Maximalforderungen, die Kiew kategorisch ablehnt. Zu den russischen Bedingungen gehören etwa der Verzicht Kiews auf einen Nato-Beitritt und die Anerkennung der von Moskau annektierten Gebiete.
Selenskyj kĂŒndigt neue Angriffe an
Selenskyj kĂŒndigte zudem neue Angriffe auf Ziele in Russland an. "Wenn (der russische PrĂ€sident Wladimir) Putin so verrĂŒckt nach den Shahed-Drohnen und Terror ist, dann muss man ihm die Logistik nehmen", sagte Selenskyj. Dazu benötige die Ukraine auch mehr Flugabwehrsysteme, um gröĂere Teile des Landes vor russischen Drohnen und Raketen schĂŒtzen zu können.
Deutschland und Norwegen wollen Ukraine gemeinsam unterstĂŒtzen
Deutschland und Norwegen wollen die VerstÀrkung der ukrainischen Luftabwehr gemeinsam finanzieren. Der norwegische MinisterprÀsident Jonas Gahr StÞre erklÀrte nach einem Treffen mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) in Berlin die Bereitschaft seines Landes, einen betrÀchtlichen finanziellen Beitrag zu leisten.
Deutschland will die Ukraine mit zwei weiteren Patriot-Systemen unterstĂŒtzen. UrsprĂŒnglich war geplant, zwei Systeme fĂŒr jeweils etwa eine Milliarde Euro in den USA zu kaufen und direkt in die Ukraine zu bringen. Da sie aber nicht sofort lieferbar sind, soll nun die Bundeswehr zunĂ€chst zwei von ihren noch neun Patriots an die Ukraine abgeben und spĂ€ter Ersatz aus den USA bekommen.
Merz sagte, die grundsĂ€tzliche Zusage fĂŒr Ersatzlieferungen sei gegeben, die Details mĂŒssten allerdings noch mit Washington ausgehandelt werden. Er sei jedoch "sehr dankbar", dass Norwegen bereit sei, fĂŒr die entstehenden Kosten mit einzustehen.

