Automatisierung, Robotik

Automatisierung und Robotik im Krisenjahr

02.06.2025 - 12:51:15

Die UmsĂ€tze der Branche werden im laufenden Jahr voraussichtlich um ein Zehntel abstĂŒrzen - dazu tragen die US-Zölle bei, wenn auch nur indirekt.

Die deutsche Robotik- und Automatisierungsbranche ist in der Krise. FĂŒr das laufende Jahr erwartet die Branche einen Einbruch ihres Umsatzes um 10 Prozent auf 14,5 Milliarden Euro, wie der Verband VDMA Robotik + Automation mitteilte. 

«Die Wachstumsaussichten sind derzeit bis zum Ende des Jahres in allen Teilbranchen eingetrĂŒbt», sagte der Vorsitzende Dietmar Ley. Dazu tragen auch die US-Zölle bei, vor allem, weil sie durch ihr Auf und Ab die Kunden verunsichern, wie er sagte. Zudem habe sich teilweise die WettbewerbsfĂ€higkeit verschlechtert - gerade im Vergleich mit der Konkurrenz aus Asien.

Wenn die Höhe der Zölle klar wĂ€re, könnten sich die Kunden wenigstens darauf einstellen, sagte Ley. Und zumindest fĂŒr einige Zeit hĂ€tten die Unternehmen der Branche in der Regel gute Chancen, die zusĂ€tzlichen Kosten an die Kunden weiterzugeben, weil es in den USA in diesen Bereichen eher weniger heimische Unternehmen gebe. Möglicherweise könne es - wenn denn endlich Klarheit herrsche - sogar positive Nachholeffekte geben.

Sorgenkind Montageanlagen

Aktuelles Sorgenkind ist vor allem der Bereich der Montageanlagen, der grĂ¶ĂŸte der drei Teilbereiche der Branche. Hier geht es im laufenden Jahr voraussichtlich um 15 Prozent auf 7,7 Milliarden Euro nach unten. Und Ley erwartet hier auch keinen schnellen Aufschwung. Der Bereich sei typischerweise relativ trĂ€ge, wenn es um zyklische Entwicklungen gehe. FĂŒr kommendes Jahr sieht er daher «jedenfalls kein Wachstum».

Sehr viel besser sieht es in der Bildverarbeitung aus. Hier erwartet der Verband im laufenden Jahr stabile UmsĂ€tze von 3,1 Prozent und danach einen AufwĂ€rtstrend. «Wenn die ZollkalamitĂ€ten irgendwann vorĂŒber sind, rechnen wir fĂŒr die Bildverarbeitung mit Wachstum im nĂ€chsten Jahr», sagte Ley.

Die Robotik als dritter Bereich liegt dazwischen. 2025 erwartet die Branche einen UmsatzrĂŒckgang von 5 Prozent auf 3,7 Milliarden. Eine Prognose fĂŒr das kommende Jahr gibt es hier nicht. 

Impulse erhofft sich die Branche zudem von der in rund drei Wochen anstehenden Messe automatica in MĂŒnchen zu der etwa 40.000 Fachbesucher und 780 Aussteller erwartet werden.

@ dpa.de